Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 169. Sitzung / 29

Meine Damen und Herren! Dabei müssen wir auch neue Fragestellungen in diese ländliche Entwicklungspolitik integrieren. Ich denke etwa, daß die Anwendung der neuen Kommunikationstechnologien, die Anwendung des Internets für die Vermarktung bäuerlicher Produkte, für die Vermarktung von Angeboten aus dem ländlichen Raum, wie etwa Urlaub auf dem Bauernhof, bis hin zur Einsatzmöglichkeit auf dem bäuerlichen Betrieb von diesen selbst in optimaler Weise eingesetzt werden sollen, weil es darum geht, bisherige Benachteiligungen des ländlichen Raumes in Vorteile umzuwandeln, die letztendlich dazu führen, daß wir auch für die Menschen im ländlichen Raum  egal, ob Bauern, Gewerbetreibende oder Arbeitnehmer  vergleichbare Lebensbedingungen schaffen.

Meine Damen und Herren! Dieser ländliche Raum ist für die Zukunft Österreichs von eminenter Bedeutung. (Beifall bei der ÖVP.) In diesem ländlichen Raum liegt viel kreatives Potential, in diesem ländlichen Raum schlummern Möglichkeiten zur Beschäftigung. In diesem ländlichen Raum sind die Kernelemente der nachhaltigen Entwicklung gezeichnet.

Ich bin daher davon überzeugt, daß wir bei optimaler Anwendung der Agenda 2000 und ihrer zweiten Säule, der Landentwicklung, alles dazu tun können, damit das Land Zukunft hat. Dafür arbeiten wir, und ich bitte Sie: Unterstützen Sie diese neue Perspektive der ländlichen Entwicklung im Rahmen der Agenda 2000! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)

9.26

Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich danke dem Herrn Bundesminister.

Wir gehen in die Debatte ein. Die Redezeiten betragen einheitlich für alle sich an der Debatte Beteiligenden 5 Minuten.

Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Maderthaner.  Bitte.

9.27

Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch aus Sicht der Wirtschaft bin ich sehr froh darüber, daß das Thema Agenda 2000 hier in der Aktuellen Stunde behandelt wird, denn vielfach wurde die Agenda 2000 ja so dargestellt, als wäre das ein Thema, das ausschließlich die Landwirtschaft betrifft. Daher melde auch ich mich heute zu diesem Thema zu Wort, denn das Ergebnis der Agenda 2000 ist für die gesamte österreichische Volkswirtschaft, aber insbesondere für die Wirtschaft im ländlichen Raum von zukunftsweisender Bedeutung. (Beifall bei der ÖVP.)

Es gibt gerade in den ländlichen Regionen viele Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Landwirtschaft. So ist die Landwirtschaft einer der wichtigsten Auftraggeber für viele Produkte aus der Wirtschaft, so zum Beispiel für den Bereich der landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte, die in der Landwirtschaft gebraucht werden. Aber auch in anderen Bereichen gibt es eine gute und notwendige Zusammenarbeit, die wir viel mehr herausstreichen sollten, als das bisher der Fall war. Von der Auslastung der betroffenen Industrie- und Gewerbebetriebe hängen jedenfalls auch Tausende Arbeitsplätze ab. (Beifall bei der ÖVP.)

Darüber hinaus ist von der Einkommenssituation der Landwirtschaft auch die Kaufkraft für die Wirtschaftsbetriebe in der Region, im Ort abhängig. Gerade bezüglich Kaufkraft gab es in den letzten Jahren für die ländlichen Regionen in gewissem Sinne eine besorgniserregende Entwicklung.

Laut einer jüngst veröffentlichten Studie der Firma RegioPlan Consulting verfügen derzeit bereits 300 Gemeinden über keinen Nahversorger. Es müssen also etwa 264 000 Menschen ohne Nahversorger auskommen. Daher ist die neue Linie der Kooperation von großer Bedeutung. (Abg. Wabl: Wer ist politisch dafür verantwortlich?)

Darüber kann man reden, es gibt Entwicklungen hinsichtlich der Handelsketten, die diesbezüglich großen Einfluß genommen haben. Gerade deswegen ist es notwendig, daß wir mehr als


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