Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 169. Sitzung / 187

vorliegt, ist ein erster Schritt in Richtung Hochschule für pädagogische Berufe und ist auch als solcher zu sehen. Vom Jahre 2007 an sollen Pflichtschullehrer an diesen Hochschulen ausgebildet werden. An diesen Hochschulen sollen auch Angebote für die Ausbildung zum Lehrer in der Erwachsenenbildung und in anderen pädagogischen Aufgabenbereichen eingerichtet werden. Damit soll gewährleistet sein, daß den Absolventen auch innerhalb der Europäischen Union eine Anstellung erleichtert wird, da die Diplome international anerkannt werden.

Frau Schaffenrath hat einerseits gesagt, daß sie nicht weiß, ob diese Diplome Anerkennung finden werden, andererseits hat sie gesagt, daß das Gesetz nur dazu gemacht wird, damit diese Diplome in der Europäischen Union Anerkennung finden. Das war ein Widerspruch in sich selbst.

Außerdem wird den Akademien mehr Autonomie übertragen. Dieser Ausbau der Eigenständigkeit ermöglicht den Akademien mehr Einfluß auf die Studiengestaltung, und das ist sicherlich sehr wichtig. Die Studienpläne sind von der Studienkommission an der jeweiligen Akademie zu beschließen, wobei die pädagogisch-inhaltliche Gestaltung grundsätzlich autonom erfolgen kann. Frau Bundesminister Gehrer ist damit eine Reform gelungen, die für viele andere Bereiche beispielgebend sein könnte. (Abg. Mag. Schweitzer: Für welche? Nennen Sie mir einen Bereich! Für welchen?) Ich habe nur 4 Minuten Redezeit. (Abg. Mag. Schweitzer: Für welchen? Nennen Sie einen Bereich!)

Weiters erhalten die Akademien eigene Studentenvertreter, die an die Österreichische Hochschülerschaft angebunden werden. Auch das ist ein Fortschritt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Schweitzer und Dipl.-Ing. Schöggl.)

An dieser Stelle möchte ich einen Appell an alle Studenten richten: Nehmen Sie an den ÖH-Wahlen teil! Machen Sie von Ihrem demokratischen Stimmrecht Gebrauch, und überlassen Sie nicht den Nichtwählern die Mehrheiten!

Die Studien an den Akademien dienen einerseits einer wissenschaftlicheren, andererseits einer praxisorientierten Berufsausbildung, die ich ebenfalls für sehr wichtig halte. Durch diese Regierungsvorlage ist weiters gewährleistet, daß die Forschungstätigkeit der Akademien verstärkt wird. Eine intensive Zusammenarbeit der Akademien soll diese Forschungsmöglichkeiten erleichtern. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer zahlt das?) Forschung, Praxis und die Nähe zur Praxis sind untrennbar miteinander verbunden. (Abg. Mag. Schweitzer: Was kostet das?) Das werden Sie dann schon sehen.

Die Absolventinnen und Absolventen dieser Akademien übernehmen in der Gesellschaft eine bedeutende Aufgabe. (Abg. Mag. Schweitzer: Woher soll das Geld kommen?) Sie sollen in ihrem künftigen Beruf nicht nur Wissen vermitteln, sie liefern auch einen wichtigen Beitrag zu einer stärkeren Wertefindung von Schülern.

Herr Schweitzer! Lehrer haben neben dem Elternhaus eine große Vorbildwirkung auf junge Menschen. Junge Menschen lehnen heute Amtsautoritäten ab, aber sie erkennen Persönlichkeiten sehr wohl an, Persönlichkeiten, die sie schätzen. Daher ist der Lehrerausbildung ein ganz besonderer Stellenwert einzuräumen.

Hohes Haus! Dieses Reformpaket ist ein Fortschritt einer vernünftigen Bildungspolitik, für die die Österreichische Volkspartei und damit die Frau Minister verantwortlich zeichnet  sie entscheidet über die Chancen der Jugend auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft. Es geht uns um die Stärkung der Schulautonomie, um das nachhaltige Bekenntnis zum differenzierten Schulsystem und auch um das nachhaltige Bekenntnis zur Schwerpunktpolitik. Diesen Intentionen wird mit diesem Gesetz Rechnung getragen. Ich ersuche daher um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP.)

20.29

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Schöggl. Gleichfalls 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung.  Bitte.


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