Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 169. Sitzung / 199

gerecht zu werden. Ich finde, es gebührt zweifellos auch der Frau Bundesministerin ein Dank dafür, daß dieses Bestreben auch in einem solchen Umfang in konkrete Zahlen, in bare Münze umgewandelt werden konnte. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Mertel und Dr. Niederwieser.)

Damit ist aber die Zukunft noch nicht gesichert. Man muß in diesem Zusammenhang auch erwähnen, daß die eigenen Leistungen der Eltern dieser Waldorfschüler enorm sind. Im Durchschnitt werden allein an Schulgeldern Beträge von über 2 500 S bezahlt. Es sind beachtliche Leistungen, die hier erbracht werden. Wir haben daher im Unterrichtsausschuß die Diskussion darüber geführt, ob die Zukunft dieser Schulen nicht längerfristig über einen Vertrag abgesichert werden kann. Ich weiß, daß die Frau Bundesministerin mit den Vertretern der Waldorfschulen sehr intensiv über eine konkrete Ausformulierung dieses Vertrages verhandelt.

Wir konnten im Unterrichtsausschuß das Ergebnis dieses Vertrages oder eine Ausschußfeststellung nicht allgemein beschließen, weil keine Zusicherung im finanziellen Bereich  aber nicht seitens der Bundesministerin, sondern seitens des Finanzministers  gegeben war. Wir möchten aber betonen, daß es für uns ein Anliegen ist, daß dieser Vertrag auch tatsächlich in absehbarer Zeit zustande kommt, denn die Zukunft der Waldorfschulen soll nicht der Unsicherheit preisgegeben, sondern gesichert werden! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)

Lassen Sie mich noch zwei Bemerkungen zu zwei anderen Punkten machen. Erstens: Kollegin Dr. Schmidt hat wiederum einen Antrag auf Abschaffung des Pflichtfaches Religion und auf Einführung des Freifaches Religion und  als Alternativgegenstand dazu  eines Ethikunterrichtes eingebracht.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieser Antrag hat im Unterrichtsausschuß nicht die Mehrheit gefunden. Ich möchte betonen: Wir von der ÖVP bekennen uns eindeutig zum Wert des Pflichtfaches Religion! Es sind im Laufe der vergangenen Jahrzehnte Millionen von Schülern durch einen sinnvollen Religionsunterricht gegangen, und sie haben durch ihn eine wertvolle Werteorientierung erhalten. Solange wir die Möglichkeit haben, hier entscheidend Bildungspolitik zu machen, so lange wird das Pflichtfach Religion aufrechterhalten werden! (Beifall bei der ÖVP.  Abg. Schwarzenberger  sich an seinen nicht applaudierenden Kollegen wendend : Niederwieser! Was ist?  Abg. Dr. Niederwieser: Er hat es ja nicht zu uns gesagt!  Abg. Dr. Khol: Aber du kannst das gleiche sagen!  Abg. Dr. Niederwieser: Ich habe in Religion maturiert!)

Damit komme ich zum dritten Thema, zum Ziffernnotensystem. Das ist auch etwas, was die Liberalen gerne abschaffen würden. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auch diesbezüglich hat das Liberale Forum wahrscheinlich wiederum irgendeine sehr kleine Gruppe von Personen im Auge. Ich kann nur sagen: Wir von der ÖVP halten es lieber mit der überwiegenden Mehrheit der Schüler, der Eltern und der Lehrer. Wir bekennen uns zum Ziffernnotensystem als dem sinnvollsten System in der Leistungsbeurteilung. Allein eine Umfrage, die kürzlich in Oberösterreich bei Schülern durchgeführt wurde, hat gezeigt, daß zwischen 80 und 90 Prozent der Schüler das Ziffernnotensystem beibehalten wollen. Diese Schüler haben eindeutig die Unterstützung der Österreichischen Volkspartei. Wir sagen also auch hier ein klares Nein zur Abschaffung des Ziffernnotensystems! (Beifall bei der ÖVP.)

21.15

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Schaffenrath.  Bitte. (Abg. Dr. Lukesch: Die weiß zu allem etwas!)

21.15

Abgeordnete Maria Schaffenrath (Liberales Forum): Ach, Herr Kollege Lukesch, wie werde ich Sie vermissen! (Abg. Dr. Khol: Davon versteht sie schon etwas!)

Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Ich wollte mich eigentlich aufgrund der Fülle der Tagesordnungspunkte auf andere Punkte konzentrieren, fühle mich jetzt aber doch einerseits


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