Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 171. Sitzung / 175

Deshalb erlaube ich mir, den Vorschlag der IG Kultur Österreich, des Dachverbandes der Kulturinitiativen, von Bundesseite eine Gesetzesinitiative, den Bundesplan zur Förderung der assoziativen Jugendkulturarbeit zu starten, vorzutragen. Die in diesem Vorschlag enthaltenen Wünsche für Förderungen der Jugendkultur, wie zum Beispiel durch die Errichtung von Proberäumen, Ateliers et cetera und durch die Unterstützung kultureller Aktivitäten bis hin zur Förderung neuer Medien, erscheinen mir bei etwas gutem Willen als durchaus erfüllbar.

Als Anreiz für die Kommunen, Jugendkulturarbeit zu unterstützen, könnte man den Gemeinden die Aufwendungen für Jugendkulturarbeit über entsprechende Zweckzuschüsse über den Finanzausgleich refundieren.

Die Zugänge zur Förderung sollten möglichst einfach sein, sodaß ein größtmöglicher Bereich der Jugendkulturen darin Berücksichtigung findet.

Als besonders förderungswürdig erscheinen mir die neuen Formen von Jugendkulturproduktion und -vermittlung im Bereich der sogenannten neuen Medien, im Internet und in der Telekommunikation. Gerade im Bereich der elektronischen Medien sollte die Präsenz der österreichischen Kultur, insbesondere der Jugendkultur, verstärkt werden. Eine finanzielle Unterstützung und die Eröffnung weitreichender Teilnahmemöglichkeiten für Kulturinitiativen am Datenhighway erscheinen mir als ein Weg der kulturellen Zukunftsentfaltung.

Die kulturelle Teilnahme im Bereich der neuen Medien würde es besonders Künstlerinnen und Künstlern aus dem ländlichen Raum ermöglichen, sich weit über den Ort ihres Schaffens hinaus mitzuteilen. Daher bedarf es auch und vor allem der verstärkten Mitfinanzierung von Ausstattung der Kulturinitiativen mit modernen Kommunikationsmitteln sowie der dafür notwendigen Aus- und Weiterbildung.

Eine Möglichkeit der Weiterbildung wäre zum Beispiel die Errichtung einer HTL sowie einer Fachhochschule mit den Ausbildungsschwerpunkten Datenverarbeitung, Telekommunikation und Informatik, unter anderem mit dem Schwerpunkt der einschlägigen kulturellen Aus- und Weiterbildung sowie den dadurch möglich werdenden Vernetzungstätigkeiten.

Die Tiroler Landesregierung hat sich in ihrem Grundlagenpapier im Kapitel "Zukunftsthemen und Bildungskonzept" mit einer derartigen HTL einen Ausbildungsschwerpunkt gesetzt  ein Vorhaben, das im übrigen von allen im Tiroler Landtag vertretenen Parteien unterstützt wird. Um diesen Ausbildungsschwerpunkt auch umsetzen zu können, bedarf es nicht nur des Willens der Tiroler Landesregierung, sondern auch der entsprechenden Unterstützung des Bundes.

Ich bitte Sie, Herr Staatssekretär, diese Anliegen und Vorhaben in Ihren Meinungsbildungsprozeß aufzunehmen und, was die entsprechenden Ausbildungsstätten betrifft, sich mit der Frau Bundesministerin für Unterricht zu verständigen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

19.54

Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Schließlich ist noch Frau Abgeordnete Mag. Wurm zu Wort gemeldet. Redezeitbeschränkung: gleichfalls 5 Minuten.  Bitte, Frau Abgeordnete.

19.54

Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Aufgrund meiner Rede im September letzten Jahres zum Kunstbericht 1996 hat mir Herr Professor Franz-Otto Hofecker vom Institut für Kulturmanagement einen sehr freundlichen Brief und dankenswerterweise auch eine Zusammenstellung der Kulturförderungsberichte jener Bundesländer, deren Berichte 1997 dem LIKUS-System gemäß strukturiert waren, übermittelt. Das ermöglichte einige recht interessante Schlußfolgerungen.

Es haben sich nun sechs Bundesländer und der Bund dazu entschlossen, dem LIKUS-System beizutreten, und diese Berichte lassen sich daher prinzipiell sehr gut vergleichen, aber eben doch nicht ganz. Durch das LIKUS-System wird eine bisher nie dagewesene Übersichtlichkeit erreicht  und damit komme ich jetzt auch zum Lob. Das ist ja schon fast eine Lobhudelei, was


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