Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 176. Sitzung / 84

Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Der soeben verlesene Abänderungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht, auch entsprechend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung.

Weiters zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Platter. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung.  Bitte.

13.33

Abgeordneter Günther Platter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Minister! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es melden sich heute natürlich vor allem Frauen zur Änderung des Familienlastenausgleichsfonds zu Wort (Abg. Steibl: Gott sei Dank auch ein Mann!), aber gestatten Sie mir, ebenfalls einige Anmerkungen dazu zu machen.

Erfreulich ist, daß für die Elternbildung und für die Mediation künftig mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Ich möchte kurz zur Elternbildung Stellung nehmen, weil ich weiß, in welch schwieriger Situation Eltern sich oft befinden, in welch schwierige Situation auch Familien kommen können.

In diesem Zusammenhang möchte ich vor allem auf die Suchtpräventionsmodelle zu sprechen kommen. Aus meiner früheren beruflichen Tätigkeit  ich war einmal Suchtgiftfahnder  weiß ich, was sich in manchen Familien abspielt, wenn ein Kind, aus welchem Grund auch immer, sei es verschuldet oder unverschuldet, in Drogenabhängigkeit gerät. Das ist nicht nur eine äußerst schwierige Situation für die Drogenabhängigen selbst, sondern die Eltern und die ganze Familie sind oft einem unglaublichen Druck ausgesetzt.

Anfangs, wenn sich die Konsumation eher auf leichte Drogen beschränkt, aber dennoch bereits eine Verhaltensänderung feststellbar ist, sind die Elternteile oft unterschiedlicher Meinung darüber, warum sich dieses Kind plötzlich verändert hat. Wenn ein Kind, ein Jugendlicher oder eine Jugendliche aus diesem Teufelskreis aber nicht mehr herauskommt und schlußendlich zu harten Drogen greift, wird das zu einer gewaltigen Belastung für die Eltern, für die gesamte Familie, aber auch für den näheren Bekanntenkreis. Der Schulerfolg läßt nach, es ist oft eine gewaltige Verhaltensänderung feststellbar, das äußere Erscheinungsbild verändert sich, der Bekanntenkreis verändert sich, und letztlich steht manchmal auch zuwenig Geld zur Verfügung.

In vielen Fällen kommt es dann soweit, daß es zwischen den Elternteilen zu unterschiedlichen Meinungen darüber kommt, ob man nun dem drogenabhängigen Kind noch weitere finanzielle Unterstützung gewähren soll oder nicht, und bedauerlicherweise ist es gar nicht selten der Fall, daß in solchen Notsituationen das drogenabhängige Kind sogar die eigenen Eltern bestiehlt.

Zu solchen Tragödien kommt es  oftmals in einem weit größeren Ausmaß, als man annimmt  leider sehr häufig, und es entstehen dabei natürlich nicht nur zwischen den Elternteilen große Konflikte, sondern es droht dabei die gesamte Familie auseinanderzubrechen. Meine Damen und Herren, da muß geholfen werden! Es muß nicht nur dem drogenabhängigen Kind oder Jugendlichen geholfen werden, sondern es muß auch den Eltern geholfen werden.

Die Eltern müssen sich fragen: Wie gehe ich mit diesem Problem um? Wie verhalte ich mich gegenüber dem drogenabhängigen Kind, und wie verhalte ich mich gegenüber dem eigenen Partner?  Gerade in solchen Fällen sind die Suchtpräventionsmodelle im Rahmen der Elternbildung von unschätzbarer Bedeutung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Meine Damen und Herren! Damit kann den Eltern wirklich wertvolle Hilfe angeboten werden.

Da ich gerade von der Drogenabhängigkeit spreche und auch die Folgeerscheinungen der Drogenkonsumation sehr gut kenne, möchte ich heute und hier in aller Klarheit sagen, daß die Freigabe der Drogen, auch der sogenannten leichten Drogen, keinesfalls der richtige Weg ist! Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, wenn die Liberalen, die Grünen und auch manche Sozialdemokraten immer wieder die Freigabe dieser leichten Drogen befürworten, und dafür, daß die Grünen, die Liberalen und auch die Sozialdemokraten im Europäischen Parlament immer wieder die Freigabe von leichten Drogen befürworten und das sogar immer wieder ver


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