Nationalrat, XXI.GP Stenographisches Protokoll 24. Sitzung / Seite 52

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wendigkeit der Verantwortlichkeit, die Notwendigkeit eines neuen Dienstrechtes, die Notwendigkeit einer Evaluierung, die auch Konsequenzen hat, und es gibt die Notwendigkeit des Wettbewerbs der Universitäten untereinander.

Im Fachhochschulbereich ist die Entwicklung dergestalt, dass der Fachhochschulplan, der von der letzten Regierung beschlossen wurde, von uns erfüllt wird. Es sind im letzten Fachhochschulrat sechs neue Fachhochschulstudiengänge empfohlen worden. Es werden weitere Fachhochschul-Studiengänge vom Fachhochschulrat geprüft, und es ist notwendig, dass wir in diesem Bereich auch einen besonderen Schwerpunkt setzen.

Es wird demnächst ein Initiativantrag auf die Einsetzung eines Rates für Forschung und Technologieentwicklung im Parlament zur Beschlussfassung vorliegen. Ich halte es für ganz notwendig, dass wir unsere Positionierung im Bereich der Forschung zusammen mit Experten festlegen. Wir haben uns in den letzten Jahrzehnten von der Atomenergie verabschiedet, und das ist gut so, das war richtig so. Das war eine Entscheidung, die wir zusammen mit dem Volk gefällt haben. Wir haben uns in weiten Kreisen auch von der Gentechnologie verabschiedet, weil viele Menschen vor dieser Forschungstätigkeit Angst haben. Wir dürfen es aber nicht verabsäumen, uns im ganzen Bereich der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien in die Forschung wieder einzuklinken und dort Schwerpunkte zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

Nun noch zu einem Thema, das immer zu heißen Kontroversen führt: die Frage der Bildungsfinanzierung. Ich möchte gerade in diesem Bereich eine offene Diskussion führen, eine Diskussion ohne Scheuklappen. Dazu sage ich aber ganz klar, es ist nicht mein Anliegen, als Erstes Studiengebühren einzuführen. Ich meine, der Staat ist dafür verantwortlich, der Steuerzahler ist dafür verantwortlich, dass der junge Mensch eine gute Ausbildung erhält, dass der junge Mensch eine gute Erstausbildung erhält, dass der junge Mensch auch auf einer Universität studieren kann.

Wir müssen uns aber wirklich überlegen: Was kostet uns ein Student an einer Universität? Das darf man doch einmal fragen! Wir haben in den Schulbereichen diese Vergleichszahlen erarbeitet, und ich halte es auch für notwendig, zu fragen: Was kostet ein Student an diesem Institut, und was kostet er am gleichen Institut einer anderen Universität? Ich glaube, diese Vergleiche müssen endlich einmal angestellt werden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

Wir sollten diese Diskussion zur Bildungsfinanzierung meiner Meinung nach unter dem Gesichtspunkt führen, den jungen Menschen die bestmögliche Ausbildung zu geben, ohne dass durch finanzielle Gebühren Hindernisse entstehen, aber auch mit Kostenwahrheit und mit Kostentransparenz.

Das, meine ich, ist auch im Bereich der Erwachsenenbildung sehr notwendig. Es wird immer wieder der Grad der Erwachsenenbildung in diesem Land davon abhängig gemacht, wie viel im Budget des Bundes steht. Meine Damen und Herren! Sie wissen doch, dass gerade Erwachsenenbildung, lebensbegleitendes Lernen in vielen Bereichen, in den Ländern, in den verschiedenen Volkshochschulen, im Wifi, in verschiedenen anderen Institutionen, stattfindet. Deshalb ist es mir auch ein Anliegen, im Rahmen der Diskussion um die Bildungsfinanzierung aufzuzeigen, was für Erwachsenenbildung, für lebensbegleitendes Lernen in Österreich insgesamt ausgegeben wird.

Meine Damen und Herren! Ich meine, Universitäten, Fachhochschulen, Forschung sind das Aushängeschild für den Bildungsbereich eines Landes. Wir haben heuer im Budget sicher gewisse Schwierigkeiten zu überwinden, aber ich bin davon überzeugt, dass dieses Hohe Haus bemüht sein wird, im nächsten Budget wieder die notwendigen Akzente für die notwendigen Weiterentwicklungen zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

12.13

Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner hat sich Herr Abgeordneter Faul zu Wort gemeldet. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 7 Minuten.  Bitte.


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