Graf installierten Unirat. Und das Ministerium wurde aufgefordert, sich zu distanzieren. – Da war nichts! Keine Distanzierung war da!
Eine Studentin stürzt sich auf den
Brüstungen der Universität Wien zu Tode, weil ihr das Bauwerk auf den Körper
fällt, und stirbt. (Abg. Dr. Brinek: Das war aber eine andere Regierung!) Andere haben Angst,
dass ihnen die Decke, der Plafond auf den Kopf fällt! So ist der Zustand der
Universitäten! (Abg. Scheibner: Wer war denn damals Wissenschaftsminister? – Weitere Zwischenrufe
bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
30 Prozent aller Labors müssten aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen geschlossen werden, weil man dort nicht mehr arbeiten darf, weil es zu riskant und gefährlich ist! – Auch das ist subtile Gewalt, wenn Sie das so hören wollen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Sie haben keine Ahnung!) Keine Ahnung habe ich? – Ich habe eine gute Ahnung, glaube ich. Ich habe nämlich vielleicht zu viel Ahnung.
Die Zahl der Dissertationen nimmt ab, ebenso jene der Bewerbungen um Planstellen an den Universitäten! Und nachdem es nach der Einführung der Studiengebühren 40 000 Studierende weniger gegeben hat, sprechen Sie dann, wenn es jetzt wieder mehr werden, von einer Steigerung – aber Steigerung vom Minimum aus, das Sie verursacht haben! Und Sie wissen, dieses Minimum wurde in einer Studie untersucht – da können Sie ruhig mit der Hand winken, Sie haben ja keine Mehlspeise in der Hand, Gott sei Dank –: Die Ursachen dafür waren primär die Studienbedingungen an der Universität, die Studiengebühren und dass nunmehr bereits 70 Prozent der Studierenden neben dem Studium arbeiten müssen, um ihr Studium zu finanzieren.
Ich wurde aufgefordert, die Jugend zur
Ordnung zu rufen. Aber wissen Sie, ich bin weder ein Pädagoge, noch bin ich bei
der STAPO, noch bin ich Hermann Gmeiner oder sein Enkelkind. Studierende sind frei! –
Und das heißt nicht, dass ich alles beklatsche, alles beschimpfe. Auch GRAS
ist frei und kein Anhängsel der Partei. Und ich sage Ihnen: Wenn man mit
Studierenden redet, schafft man es auch, und ich würde das nicht aufgeben. (Abg. Dr. Brinek: Wollen Sie damit
sagen, Winckler hätte nicht geredet?)
Winckler hat mit ihnen geredet, aber wissen
Sie: Geredet haben ja auch Frau Bundesministerin Gehrer und Schüssel und
Grasser mit uns – und wir sind nicht sofort in ihr Lager übergeschwenkt. (Abg. Dr. Brinek: Es geht um die Uni
Wien!)
Schauen Sie: Wenn man Beteiligte und
Angehörige der Universität – das sind auch Studierende – zu
Ohnmächtigen degradiert, muss man mit Emotionen rechnen – das würde ich
jedenfalls schon! (Abg. Dr. Brinek: Was heißt da „ohnmächtig“?)
Weil sie nicht mehr mitreden dürfen, Frau Brinek! (Abg. Scheibner: Das heißt also, die Opfer sind selbst
schuld?!)
Vielleicht verstehen die Zuhörer besser: Studierende werden angehört, sie haben noch etwas zu reden, aber sie haben nicht mitzuentscheiden – das wissen Sie viel besser als ich. (Abg. Dr. Brinek: Und was ist mit dem Senat?) Auch der Senat, der noch von der Universität selbst gewählt wurde, hat ja kaum mehr etwas zu reden, weil der Uni-Rat das letzte Wort hat.
Das heißt, ich bitte Sie ernsthaft: Machen Sie Universitätspolitik – in diesem Fall nehme ich das Wort „global“ als Grüner gerne in den Mund – etwas globaler als eine Diskussion bei einem Konditor-Ball oder bei der KonditorInnen-Innung. Lassen Sie die Kirche im Dorf! Das sind Ereignisse, die sich niemand gewünscht hat, die auch nicht dazu beitragen sollen, Diskussionen abzubrechen, die man vielleicht mit einer Mediatorin in den Griff bekommen kann. Aber dadurch ein Bild der Uni zu zeichnen oder