Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 62. Sitzung / Seite 69

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Wenn wir diese europäische Initiative starten, Herr Bundeskanzler, wozu wir wirklich einen Beitrag leisten werden, wo wir seit Jahren im Europaparlament massiv für ver­schärfte Maßnahmen beim Tiertransport eintreten, die gerade die kleinbäuerliche Landwirtschaft, Kollege Grillitsch, die regionale Produktion unterstützen werden – regi­onale Verarbeitungsstrukturen, kleine Schlachthöfe, genau das, was wir wollen und was wir in Österreich haben –, dann müssen Sie diesen Weg des Dialogs mit uns wei­tergehen. Das ist die Herausforderung, vor der Sie jetzt stehen. Wir sind bereit für die­sen konstruktiven Weg hin zu einer Neuausrichtung der Agrarpolitik.

Herr Bundesminister Pröll! Die Nagelprobe steht bevor: Die Agrarreformbeschlüsse, die auch viele Maßnahmen für den Tierschutz vorsehen, sind national noch nicht um­gesetzt. Wir warten immer noch auf Ihre Vorschläge und haben heute auch einen An­trag dazu vorbereitet.

Lassen Sie mich kurz noch einmal auf die aus unserer Sicht zentralen, wichtigen Be­standteile und Ergebnisse eingehen! Lange Zeit ein heftig umstrittenes Thema war die Käfighaltung. Der Ausstieg aus der Käfighaltung mit dem Jahr 2008 ist ein riesiger Er­folg; der Erfolg einer breiten Debatte.

Ich werde Ihnen sagen, warum er ein Erfolg ist, Kollege Grillitsch: weil damit auch das Auseinanderdriften der agrarindustriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft verhindert wird. Der Konsument versteht es gar nicht, wenn Sie von bäuerlicher Landwirtschaft sprechen, die Tiere aber in einer Form gehalten werden, die in Europa eindeutig in den Bereich der industriellen Produktion einzuordnen ist.

Es ist ein Riesenerfolg für die österreichische Landwirtschaft, dieses Ergebnis mit Un­terstützung der Tierschutzorganisationen im Interesse der Konsumentinnen und Kon­sumenten erreicht zu haben.

Ein Zweites: Meine Damen und Herren! Wir Grüne haben uns sehr konstruktiv dafür eingesetzt, dass es auch Lösungen für die Rinderbauern gibt, für die kleinbäuerliche Rinderhaltung in Österreich in den Berggebieten. Das ist ein sehr, sehr schwieriger Bereich, und hier gibt es eben Ausnahmeregelungen, einfache Möglichkeiten, die der Bundesminister mittels Verordnung wahrnehmen kann, damit auch diese Interessen gewahrt sind. In diesem Bereich haben wir sehr konstruktive Beiträge geleistet.

Eines muss ich jetzt schon vorausschicken, bevor ich unseren Antrag einbringe: Panik­mache, Angstmache, egal in welchen Medien, Kollege Grillitsch – ob in der Bauern­zeitung oder in großen Tageszeitungen in Österreich –, bringen uns keinen Schritt wei­ter. Wir müssen das Tierschutzgesetz als Chance für die Landwirtschaft nutzen. (Zwi­schenruf des Abg. Grillitsch.) Wir müssen einfach die Möglichkeiten nutzen, die es zum Beispiel durch die Zertifizierung von Stallsystemen gibt.

Wir Grüne haben durchgesetzt, dass Stallsysteme in Zukunft gekennzeichnet, zertifi­ziert werden müssen, und das ist doch ein Riesenerfolg. (Präsident Dipl.-Ing. Prinz­horn gibt das Glockenzeichen.) Damit besteht für die Bäuerinnen und Bauern Sicher­heit für die Zukunft.

Ich komme zum Schlusssatz, Herr Präsident: Diese Chance des Neubeginns muss auch in der Umsetzung bei den Investitionsförderungen gesichert sein. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)

12.10

 


Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Abgeordneter! Ich möchte nur korrigie­ren: Sie haben keinen Antrag eingebracht. Der nächste Redner Ihrer Fraktion ist auf­gefordert, diesen Antrag einzubringen.

 


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