Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 110. Sitzung / Seite 30

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

spezielle Programme entwickelt, um die Forscherinnen zu fördern, etwa das Pro­gramm, dass wir den Unternehmen die Löhne und Gehälter von Forscherinnen beim Einstieg bezahlen. Damit bauen wir die Schwellen für Forscherinnen ab, in einem Un­ternehmen tätig zu sein. Auch im Zuge des Rückholprogrammes, das wir gestartet ha­ben, sprechen wir speziell Forscherinnen an. Wir machen mit Informationskampagnen in Universitäten speziell darauf aufmerksam, dass Forscherinnen gute Karrieremöglich­keiten und Chancen haben. Wir halten unsere gesamten Programme nicht allgemein, sondern versuchen, durch attraktive Angebote für die Forscherinnen Anreize zu schaf­fen, im Bereich der Forschung tätig zu sein.

 


Präsident Dr. Andreas Khol: Zusatzfrage? – Herr Abgeordneter Dr. Grünewald, bitte.

 


Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Mit Herbst dieses Jahres läuft die Amtsperiode des Rates für Forschung und Technologie aus. Es stehen Neubesetzungen an. Mich interessiert daher: Welche Übereinkünfte existieren allenfalls mit Frau Bundesministerin Gehrer, das Qualifikationsprofil dieser Räte und Rätinnen zu schärfen, über Proporz und Parteizugehörigkeit hinaus?

 


Präsident Dr. Andreas Khol: Bitte, Herr Vizekanzler.

 


Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Das gute Profil in einem so wichtigen Bereich ist enorm wichtig, gar keine Frage. Ich darf Ihnen sagen und wäre auch leicht imstande, das zu beweisen, dass parteipolitische Zugehörigkeiten bei Besetzungen im Forschungsbereich keine Rolle gespielt haben. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Und ich werde sehr bemüht sein – und das wird mir auch gelingen –, dass das auch in Zukunft so sein wird.

Ich nehme gar nicht an, dass das eine Kritik war. Ich glaube eher, das ist das Be­mühen, alles noch besser zu machen, und so sehe ich das. Der Zustand „besser geht es nicht mehr“ ist ja selten erreicht. Ich glaube, dass die Qualität unserer beratenden Stellen in diesem Bereich – und ich spreche hier vor allem den Rat für Forschung und Technologieentwicklung an – eine sehr gute ist, auch die Auswahl einen guten Mix darstellt, einen Mix zwischen Forschern, die in der Wirtschaft tätig sind, die an den Unis tätig sind, die Erfahrung haben, und eher jüngeren Forscherinnen und Forschern. Gerade Dr. Consemüller hat hier mit seinem Team, auch Professor Bonn als sein Stellvertreter, einen wesentlichen Beitrag geleistet, dass Österreichs Forschungsland­schaft so gut wie nie zuvor dasteht, nicht nur von der neuen Struktur her – Stichwort Forschungsreform, seit 37 Jahren die erste –, sondern auch, was die personelle Aus­stattung betrifft.

Dass wir hier auch im internationalen Vergleich gut liegen, dafür ist der beste Beweis, dass 107 Prozent von den möglichen Rückflüssen der EU-Forschungsprogramme – 107 Prozent, also mehr, als wir dafür aufwenden! – wieder zurückfließen. Das heißt, unsere Programme sind auch international richtig aufgestellt. Das spricht für die Quali­tät der beratenden Stellen.

 


Präsident Dr. Andreas Khol: Weitere Zusatzfrage? – Herr Abgeordneter Gradwohl, bitte.

 


Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Bundesminister, Sie haben vorhin die Forschungsquote angesprochen. Ich erlebe Sie seit dem Jahre 2000 als vierten Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, und alle haben uns diese Antworten gegeben. Ohne den Gipfel und die zusätzliche Milliarde scheint das nicht umsetzbar zu sein. Meine Frage an Sie: Wie viele Gipfel wird man noch brauchen, um tatsächlich die Lissabon-Ziele in Österreich zu erreichen?

 


Präsident Dr. Andreas Khol: Bitte, Herr Vizekanzler.

 


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite