Nationalrat, XXIII.GPStenographisches Protokoll28. Sitzung / Seite 30

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haben, sollen einen entsprechenden Beitrag leisten. Das heißt, ich gehöre zu jenen, die für die soziale Staffelung bei den Kinderbetreuungskosten eintreten.

Was die Frage der Kosten des Ausbaus betrifft, ist es so, dass wir im Zuge der Finanz­ausgleichsverhandlungen die Gespräche führen müssen. Auch was die Frühförderung von Kindern betrifft, finde ich, dass es längst Zeit war, diese Diskussion zu führen. Endlich wird sie geführt, und man könnte versuchen, auch wenn es Verlagerungen in der Frühförderung und Lücken in der Kleinstkinderbetreuung gibt, hier einen Ausgleich zu finden.

Im Übrigen wissen wir alle, dass die Kinderbetreuung weder im Kindergartenalter noch mit dem sechsten Lebensjahr aufhört; wir brauchen für unsere Kinder auch Ganztags­schulen und Nachmittagsbetreuung an den Schulen. Ich bin sehr froh, dass Bundes­ministerin Schmied gesagt hat: ab September 10 Prozent mehr Nachmittagsbetreuung an den österreichischen Schulen. – Das sind zusätzlich 27 000 Betreuungsplätze am Nachmittag oder Ganztagsschulplätze, und das ist auch eine ganz wichtige Maß­nahme, weil die Betreuung von Kindern nicht ab deren sechstem Lebensjahr aufhört. Frau Bundesministerin Schmied wurde dem ganz konkret gerecht. (Beifall bei der SPÖ.)

 


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Herr Abgeordneter Krist, bitte.

 


Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzte Frau Bundesministerin! Welche Verbesserungen beim Kinderbetreuungsgesetz können Sie sich sonst noch vorstellen?

 


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bitte, Frau Bundesministerin.

 


Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst Doris Bures: Ein paar konnte ich im Zuge der Diskussion schon ansprechen. Das eine ist: keine Be­nach­teiligung von Kindern von AlleinerzieherInnen, die es ohnedies schwer genug haben. Ich schließe mich dem Vorschlag der Sozialpartner Österreichs an, eine zusätz­liche Flexibilisierung von 20 beziehungsweise 24 Monaten einzuführen. (Abg. Steibl: Aber es ist um die Kinderbetreuung gegangen!)

In den letzten Wochen habe ich auch viele Diskussionen mit Frauen geführt, die eben erst ein Kind bekommen haben, die in den nächsten Tagen und Wochen ein Kind erwarten und die mich immer fragen – sie finden das so toll, dass wir das Kindergeld jetzt flexibilisieren, und sie wollen auch früher in den Beruf zurückkehren –: Wird es Übergangsbestimmungen beim Kinderbetreuungsgeld geben? Werden wir auch die Chance haben, 800 € 15 Monate lang in Anspruch zu nehmen? – Ich glaube, auch da sollten wir Flexibilität zeigen und bei den Übergangsbestimmungen Möglichkeiten schaffen, dass all jene Frauen, die in den nächsten Tagen und Wochen ihr Kind erwarten, auch die Wahlmöglichkeit haben.

Ich bin überhaupt der Auffassung, dass wir für den Fall, dass sich eine Frau zum Beispiel bei der Geburt ihres Kindes für 30 Monate Kindergeldbezug entscheidet, sie dann aber – bekanntlich ändert sich im Leben vieles – ein paar Monate später womög­lich allein mit dem Kind dasteht und wieder in den Beruf zurückkehren möchte, die Möglichkeit schaffen sollten, rückzuoptieren. Wenn man sich einmal entschieden hat, das Leben einem dann aber anders mitspielt, als man geplant hat, sollte die Politik so großzügig sein, eine flexible Regelung für die Familien zu finden. (Beifall bei der SPÖ.)

 


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Frau Abgeordnete Steibl, bitte.

 


Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Frau Bundesministerin! Während des Bezugs des Kinderbetreuungsgeldes ist eine kompetente Beratung in Hinblick auf den Wiederein­stieg ins Berufsleben besonders wichtig. Wie werden jene Organisationen und Initia-


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