Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll19. Sitzung / Seite 262

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Ihrem Bericht. Nur durch einen dopingfreien Sport bleibt man gesund. (Beifall beim BZÖ.)

21.49


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Brosz. 5 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte.

 


21.49.47

Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Während Peter Haubner in Bezug auf die Sportförderung in Österreich das Paradies heraufbe­schworen hat, zeigte der Antrag selbst, dass es vielleicht doch nicht überall ganz so paradiesisch ist, sonst würden wir nicht die Notwendigkeit sehen, gemeinsam gewisse Schwerpunktsetzungen zu ermöglichen.

Ein gewisses Gießkannenprinzip soll bei der Sportförderung schon sein und hat eine gewisse Berechtigung. Allerdings sollte es auf der anderen Seite möglich werden, gerade im Hinblick auf den Spitzensport stärker in Richtung erfolgreiche Verbände zu gehen, zu schauen, wo Strukturen funktionieren, wo Nachwuchsarbeit funktioniert, und dort auch entsprechend mehr Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Im Breitensport Schwerpunkte zu setzen ist etwas, das wir schon lange gefordert haben, das aber im Übrigen als Oppositionspartei gar nicht so simpel ist, denn es bedeutet, dem Minis­terium, dem Minister de facto mehr Handlungsspielraum zu geben, und dann stellt sich immer die Frage, wie das genutzt wird. Die Richtlinien haben wir mittlerweile schon einmal als Entwurf gesehen, wir werden sehen, wie das ausgefüllt wird. Der Ver­trauensvorschuss ist aber auf jeden Fall da.

Es ist auch typisch – ich weiß nicht, das werden die anderen Sportsprecher auch bekommen haben –, dass wir schon Resolutionen bekommen, was alles irgendwie nicht geht; die Fachverbände, jeder einzelne darf nicht schlechter gestellt werden.

Es gibt ohnehin die Basisförderung. Auf der anderen Seite muss es einfach möglich sein zu sagen, dort, wo gut gearbeitet wird, dort, wo Erfolg gegeben ist, soll auch entsprechend mehr hineinfließen. Wiederum andererseits gibt es Verbände, die eigent­lich seit Jahren nicht richtig auf die Füße kommen. Es fällt mir zum Beispiel die Leichtathletik als ein Verband ein, der in den letzten Jahren nicht unbedingt mit beson­ders innovativen Projekten geglänzt hat. Ganz im Gegenteil, dort hat man eher den Eindruck, dass der Versuch von ehemaligen erfolgreichen Sportlern, auch mit Kon­zepten zu arbeiten, eher behindert als gefördert wird. In diesem Bereich wird man sagen müssen, wenn nicht wirklich etwas kommt, dann gibt es eben auch nicht das Geld, das möglicherweise bei besseren Strukturen da wäre.

Zweiter Punkt: Weißbuch Sport. Ja, das soll vorgelegt werden, das hatten wir auch in der letzten Periode. Da bin ich über den Zusatz nicht ganz so glücklich, dass es eine starke Koordination geben soll. Ich gehe davon aus, dass der Bericht im Nationalrat auf jeden Fall vorliegen wird, wobei ja der Begriff der Abstimmung auch ein inter­pretier­barer ist. Die Hauptverantwortung dafür, dass da auch Maßnahmen vorgelegt werden, trägt natürlich der Minister.

Letzter Punkt: Doping kann in der aktuellen Situation nicht ganz unangesprochen bleiben. Die erste Unterausschuss-Sitzung war, finde ich, ziemlich interessant. Auf der anderen Seite hat sie auch gezeigt, dass da schon auch ziemliche ideologische Scharmützel ausgetragen werden. Ich finde, es sollte die Frage in den Mittelpunkt rücken, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen die sinnvollsten sind, um Doping zu bekämpfen. Die Frage, welche Bereiche des Strafrechts eine Rolle spielen können, würde ich sehr pragmatisch angehen und schlicht und einfach überlegen, wie man wirklich den Zweck erreichen kann, nämlich die Strukturen aufzudecken, die Hinter-


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite