Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll19. Sitzung / Seite 263

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gründe ans Licht zu bringen, die – das bekommen alle mit, die sich näher damit beschäftigen – doch viel weiter verbreitet sind, als wir das über lange Jahre ange­nommen haben, und die ganze Situation wirklich in den Griff zu bekommen.

Es geht da nicht nur um den Spitzensport, sondern natürlich auch um den Breitensport, wo es vor allem einmal darum geht, die Strukturen trockenzulegen. Ich rede jetzt gar nicht nur von den Fitnesscentern und dem bekannten Phänomen, was dort im Bereich des Kraftsports an Doping vor sich geht. Ich habe erst gestern das Kapitel im neuen Buch von Bergmüller gelesen, in dem er auf Doping zu sprechen kommt – ich weiß nicht, ob andere dort auch schon reingelesen haben – und in dem er die Phänomene im Bereich des Breitensports – also nicht die absoluten Spitzensportler! schon sehr deutlich beschreibt. Da kommen Leute zu ihm, um sozusagen einmal Leistungstests zu machen, und wenn man dann ein bisschen näher nachfragt – wiederum typisch im Radsportbereich –, befinden sich Sportler in Situationen, wo es lebensgefährlich wird. Da wurde beispielsweise über Jahre hinweg Epo verwendet, was mittlerweile dazu geführt hat, dass die Nacht so verbracht wird, dass der Wecker ans Pulsmessgerät angeschlossen ist und in einem gewissen Pulsbereich, der dann schon so niedrig ist, dass er im Bereich des Herzstillstands liegt, in der Nacht der Wecker läutet, damit man munter wird, um nicht zufälligerweise in der Nacht zu versterben.

Das sind schon Dinge, die einem die Augen öffnen sollten. Da geht es nicht darum zu sagen, das ist ein Kavaliersdelikt oder eben etwas, das irgendwie von vielen betrieben wird. Ich denke, da geht es wirklich darum, vorzubeugen, weil es nicht sein darf, dass man gewisse Sportarten nur ausüben kann, wenn man in die Dopingkiste greift.

Auch das ist ja aus den Aussagen im Ausschuss klar geworden: Wenn man ein Ausnahmetalent ist, wenn man extrem gut trainiert, dann hat man die Möglichkeit, an die Weltspitze zu kommen. Wenn man dann dort angelangt ist und in einem Bereich ist, in dem die anderen Guten unerlaubte Mittel nehmen, dann ist es fast nicht möglich, in Konkurrenz zu treten.

Insofern ist die Bekämpfung von Doping hochnotwendig, und da steht uns ja in den nächsten Monaten noch einiges bevor. Mal schauen, wie es weitergeht. Es war ein guter Anfang. Ich bin mir nicht sicher, ob es auch ein Ende geben wird, an dem es zu einer Übereinstimmung kommen wird. Zumindest ist das Bekenntnis dazu, mehr zu machen, flächendeckend da. Insofern freue ich mich schon auf die Experten­diskus­sionen, wo demnächst auch der Bereich Medizin auf der Tagesordnung stehen wird, und der wird, glaube ich, noch einigen die Augen öffnen und auch klarmachen, dass wir weitere Schritte setzen müssen. (Beifall bei den Grünen.)

21.55


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Bundesminister Mag. Darabos. – Bitte.

 


21.55.10

Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! In aller Kürze: Ich darf mich bedanken, dass aus einem Vier-Parteien-Antrag eine Fünf-Parteien-Einigung geworden ist. Der Antrag geht ja vom Parlament aus, und ich halte ihn für richtig und wichtig. Er ist übrigens auch im Regierungsübereinkommen festgelegt. Wir zeigen damit, dass das Hohe Haus die Bedeutung des Sports und des Fördersystems im Sport ernst nimmt. Vor allem die Einführung des § 11a ist – das wurde schon angesprochen – auch ein wesentlicher Schritt zu einer umfassenden Reform der österreichischen Bundes-Sportförderung, die wir in Verhandlungen mit dem Hohen Haus mit 1. Jänner 2011 in Kraft setzen wollen.

 


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