Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll27. Sitzung / Seite 60

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

immer wieder auch gemeinsam mit den Kolleginnen in der AK überlegen können, wie wir eine Weiterentwicklung auch des Gleichbehandlungsgesetzes unterstützen und fortschreiben können. – Das einmal vorweg. Herzlichen Dank!

Es ist schon des Öfteren angeschnitten worden, dass die Einkommensschere nach wie vor weit geöffnet ist. Die Sozialpartner sind aber auch da nicht untätig gewesen. Ich darf berichten, dass sich bereits im März 2005 die europäischen Sozialpartner darauf geeinigt haben, sich vier Themenbereiche ganz besonders vorzunehmen, die auch einen ganz wichtigen Beitrag dazu leisten werden, dass sich die Einkommensschere etwas mehr schließt.

Hier ist ein Bereich, nämlich das Rollenverständnis von Männern und Frauen in der Ar­beitswelt, was das Wählen von traditionellen Berufen anlangt, ebenso davon betroffen wie das endlich noch stärkere Motivieren von Vätern, auch ihre Verantwortung in den Familien zu übernehmen.

Darüber hinaus ist es auch ein Anliegen der europäischen Sozialpartner, alles daran­zusetzen, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Beseitigung der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen gewidmet.

Auch unsere Sozialpartner in Österreich haben Ende vergangenen Jahres ein dement­sprechendes Positionspapier gemeinsam ausgearbeitet, nicht nur ausgearbeitet, son­dern auch unterschrieben, und sie leben auch danach, und zwar alle vier Interessen­verbände der ArbeitgeberInnen und der ArbeitnehmerInnen, inklusive der Industriellen­vereinigung. – Ich betone das deshalb so, weil das schon etwas Besonderes ist, dass sich wirklich alle Interessenverbände dazu bekennen.

Auch hier ist ein Schwerpunkt, dass man alles daransetzen muss, endlich ein Heraus­brechen aus den traditionellen Berufssegmenten für Männer und Frauen zu schaffen. Es sind hier alle aufgefordert, auch junge Frauen aufzunehmen, die bereit sind, eine andere Berufsausbildung als eine traditionelle zu wählen.

Was mir ebenfalls ganz wichtig erscheint, ist, dass man sich in diesem Papier dazu be­kannt hat, dass man auch in den Betrieben dafür Sorge tragen muss, dass es Wieder­einsteigerinnen und Wiedereinsteigern nach einer Babypause leichter gelingt, im Be­trieb wieder Fuß zu fassen, weil gerade auch diese Babypausen ein ganz gravierender Bestandteil dessen sind, dass die Einkommensunterschiede so ausschauen, wie sie ausschauen. Das muss man auf den Punkt bringen.

Ein gutes Papier also, und ich freue mich auch, dass dieses Papier in den Nationalen Aktionsplan zur Gleichstellung, den Sie, Frau Bundesministerin, gemeinsam mit dem Herrn Bundesminister jetzt angehen, mit einfließen wird. Ich bin davon überzeugt, dass Sie mit Dynamik diesen Nationalen Aktionsplan zur Gleichstellung durchkämpfen wer­den, weiß aber auch, dass Sie einen guten Verbündeten in der Person des Herrn Bun­desministers Rudolf Hundstorfer haben.

Abschließend noch eine Bemerkung zur Quote. Quoten sind vielleicht nicht elegant, sie sind aber ein gutes Werkzeug. Ich würde alle Kolleginnen und Kollegen, die hier in die­sem Hohen Haus sitzen, bitten, auch einmal zu überlegen, ob sie nicht vielleicht auch Quotenmänner oder ‑frauen sind – Quoten, indem sie ein Bundesland vertreten, Quo­ten, indem sie vielleicht einen Angestellten- oder Arbeiterbund, einen Unternehmer­bund vertreten. Also: Quoten sind ein Werkzeug und sind notwendig und richtig, damit Frauen in allen Bereichen dementsprechend stärker vertreten sind. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)

12.12


Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Höllerer. – Bitte.

 


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite