Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll91. Sitzung / Seite 410

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Nebenbei gesagt, Herr Kollege Sittenwächter: Schauen Sie sich einfach nur das Bild des Kollegen Großruck heute an, dann wissen Sie, wem Sie die Würde des Hauses zu erklären haben. (Der Redner hält eine Bildkopie in die Höhe.) Herr Kollege Großruck hat während der Debatte nichts Besseres zu tun, als dem Kollegen Petzner Eselsohren zu zeigen.

Wissen Sie, wenn man sich als Sittenwächter geriert, aber selbst im Glashaus sitzt, dann sollte man zumindest in der eigenen Fraktion dafür sorgen, dass die Würde des Hau­ses gewahrt bleibt. (Beifall beim BZÖ.)

Mir geht es jedoch nicht um die Würde des Hauses! Das hält ein jeder aus! Dafür be­kommen Sie genug Schmerzensgeld. Sie übrigens auch, Frau Staatssekretärin! 15 000 € sind genug Schmerzensgeld für Sie. (Abg. Ing. Westenthaler: Regierungs­mannequin!)

Mir geht es um die Würde der Familien, um die Würde der armen, kinderreichen Fa­milien, meine Damen und Herren! Um diese Würde geht es uns, meine Damen und Her­ren, Herr Präsident! (Beifall beim BZÖ.)

Herr Präsident (auf das blinkende Licht am Rednerpult blickend), ich habe die gesamte Redezeit von 10 Minuten zur Verfügung. Ich weiß nicht, ob Ihnen das schon mitgeteilt wurde. – Dann sage es eben ich Ihnen jetzt.

 


Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege! Die Debatten über Ihre Redezeit sind schon bald Legende. Wir haben mit Ihrem Klub eine Vereinbarung getroffen, was die Fern­sehzeit betrifft. Es wurden Sie mit 3 Minuten und Kollege Markowitz mit 3 Minuten ge­meldet. Die weiteren BZÖ-Redner sind akzeptiert, allerdings außerhalb der Fernseh­zeit.

Wenn Sie weitersprechen, dann können Sie das noch 3 Minuten lang tun. Damit neh­men Sie dann die Zeit Ihres Kollegen Markowitz in Anspruch. – Bitte.

 


Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (fortsetzend): Wir haben intern die Vereinbarung getroffen, dass ich die Redezeit konsumiere.

So, nun aber zum Nächsten, der sich heute als Sittenwächter aufspielt. Der Generalse­kretär der FPÖ, der Generalsekretär für politische Stubenreinheit, der Generalsekretär für politische Stilfragen kommt heraus und springt der ÖVP bei. Das lässt auch tief bli­cken, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)

Sie (in Richtung FPÖ) haben auch nicht die Würde der Familie im Auge! Anstatt sich bei der ÖVP anzubiedern, wäre es gescheiter, Sie würden sich um die Familien küm­mern, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)

Ich will Ihnen in aller Form sagen: Wir müssen darauf warten, dass die Frau Staatsse­kretärin mit 15 000 € im Monat endlich etwas zur Familienpolitik sagt – was Herr Mi­nister Mitterlehner angekündigt hat mit den Worten, das komme noch. Sie wartet nur noch ab, bis der ORF die Kameras ausdreht, aber die sind bald ausgedreht. Sie kön­nen bald reden, wir warten ja darauf. – Herr Präsident, vielleicht sollten Sie dann ein­läuten. Das wäre ein ganz interessanter Ansatz.

Wenn wir darauf warten, bis die FPÖ die Familien vertritt, können wir lange warten. Die FPÖ nutzt die erste Gelegenheit, sich der ÖVP anzudienen; das haben wir heute bei der Rede des Herrn Generalsekretärs Kickl gesehen. (Beifall beim BZÖ.)

Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Mich hat schon die Wortmeldung der Kollegin Fuhrmann nervös gemacht. Und ich kann Ihnen auch sagen, warum. Die Familien die­ses Landes haben es satt, von Familienpolitikern ständig vorgerechnet zu bekommen, wie gut es ihnen angeblich geht, und zwar von Familienpolitikern, die sich bei jeder Ge­legenheit Kinder sozusagen ausleihen müssen, damit diese als „Accessoires“ auf den Plakaten drauf sind.

 


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite