maligen orangen beziehungsweise blauen Regierungsbeteiligung in Kärnten zu tun hat; das will ich jetzt aber nicht tun. Ich stelle aber, was Kärnten betrifft, positiv fest, dass die jetzt beginnen aufzuholen – ich könnte auch sagen, dank der neuen Regierungskonstellation. Kompliment an Kärnten: Im Bahnverkehr holen die wirklich auf, dank des „Kärnten Taktes“. Da tut sich am meisten bei den Fahrgastzuwächsen im Bahnverkehr.
Ansonsten weist der Bericht aber nach, dass es sowohl bei den Fahrplankilometern als auch bei den Fahrgästen im untersuchten Zeitraum in Kärnten ein Minus zwischen 6 Prozent und 9 Prozent gab, während Salzburg ein Plus von 5 Prozent bis 7 Prozent verzeichnen konnte. Und obwohl Kärnten für den öffentlichen Verkehr mehr öffentliches Geld bekommen hat, hat es an Fahrgästen und Fahrplankilometern gegenüber Salzburg verloren, denn die haben zugelegt.
Wissen Sie, weshalb Salzburg so gut war? – Weil die natürlich bessere geographische Voraussetzungen für die Organisation von öffentlichem Verkehr haben – das muss man anerkennen –, aber auch, weil sie vor allem an einer Schraube gedreht haben, und zwar an den Rahmenbedingungen. Die haben gesagt: Wir wollen den öffentlichen Verkehr schneller machen, durch Busspuren, durch Ampelregelungen. Wir wollen den öffentlichen Verkehr in den Städten durch restriktivere Parkmöglichkeiten für Autos stärken. Und sie haben gute Kooperationen zwischen Veranstaltern, die große Events organisiert haben, und den Betreibern der öffentlichen Verkehrsmittel zustande gebracht. Das heißt, wenn man die Rahmenbedingungen für den öffentlichen Verkehr begünstigt, dann springt der öffentliche Verkehr an, dann gibt es mehr Leute, die öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
Schaut man sich jetzt die Personengruppe an, die öffentlich fährt, so sind es primär die Jungen – die Schüler und Lehrlinge –: zwischen 50 Prozent in Salzburg und 68 Prozent in Kärnten. Das heißt, die große Gruppe der Öffi-FahrerInnen sind die Jungen. Das ist eine riesengroße Chance: Bieten wir denen einen guten öffentlichen Verkehr an, dann springen sie uns nicht ab, sobald sie Auto fahren dürfen, sondern dann bleiben sie beim öffentlichen Verkehr.
Die Quintessenz aus diesem Bericht ist: Das Angebot muss passen, die Rahmenbedingungen müssen stimmen, und wir brauchen attraktive öffentliche Tickets, vor allem Jahrestickets.
Ich möchte Ihnen abschließend noch ein Bild aus dem Rechnungshofbericht zeigen (der Redner stellt eine Tafel mit dem Titel „Abbildung 7: Zahlungsströme bei der Finanzierung des ÖPNRV im Verbundraum Kärnten“ vor sich auf das Rednerpult): Das ist die Finanzierungsstruktur des öffentlichen Verkehrs in Kärnten. Sie ist jener in Salzburg ganz ähnlich. Bundeskanzler Sinowatz hätte gesagt: Das ist alles sehr kompliziert!
Als genauso kompliziert erleben die Kundinnen und Kunden der öffentlichen Verkehrsmittel oft das Angebot von Bahn und Bus. Sie kennen sich nicht aus. – Das müssen wir ändern. Wir müssen den Fahrgästen einfache Rahmenbedingungen bieten: ein leicht abrufbares, klares, gutes Angebot, gute Rahmenbedingungen und einfache Tickets.
Wenn wir den Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln einfach und gut gestalten, dann, glaube ich, bringen wir ganz viele Menschen hin zum öffentlichen, zum umweltfreundlichen Verkehr. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
20.27
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Schenk. Redezeit: 3 Minuten. – Bitte.
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