Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll53. Sitzung / Seite 75

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reiten. Ganz besonders hervorzuheben sind von unserer Seite aus auch die Klubob­leute. Dir, lieber Heinz-Christian, geschätzter Herr Klubobmann Strache, ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung bei der Erarbeitung dieses Kompromisses.

Wenn ich nochmals das Sprichwort von den vielen Vätern des Erfolges strapazieren darf: Es gilt auch den Österreicherinnen und Österreichern Dank zu sagen, die durch die Online-Petition – durch 250 000 Unterschriften! – Druck aufgebaut haben. Sie ha­ben erreicht, dass die Regierung in der Causa Hypo mit dem Rücken zur Wand ge­standen ist, werte Damen und Herren!

Sie, geschätzte Österreicherinnen und Österreicher, haben vorgeführt, dass Sie mit Ih­rer einzelnen Motivation, gebündelt mit denen von 250 000 Bürgerinnen und Bürgern, ein Fenster des Verhandelns öffnen können. Sie haben es geschafft, diese Gelegen­heit der Bereitschaft seitens der Regierungsfraktionen zu nutzen. Wir von den Opposi­tionsparteien haben ebenfalls entsprechend sachlich versucht, diese Bereitschaft zu nutzen, um das Bestmögliche im Sinne von Kontrolle und Transparenz im Parlament herauszuarbeiten.

Ich glaube –, nein: Ich bin vielmehr felsenfest der Überzeugung, dass der vorliegende Kompromiss dieses Minderheitsrechts in der Untersuchungsausschuss-Verfahrensord­nung ein besonders guter Kompromiss ist, einer, hinter dem wir alle stehen können! Aus diesem Grund ist es für mich absolut unverständlich, werte Kolleginnen und Kol­legen vom Team Stronach, wie man sich auf dieses unsachliche Niveau begeben kann und entgegen allen Tatsachen falsche Behauptungen aufstellen kann, nur um die eige­ne Sackgasse, die man betreten hat, in irgendeiner Art und Weise zu rechtfertigen. (Abg. Lugar: Nachdenken!)

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, dieses Minderheitsrecht ermöglicht uns als par­lamentarischer Minderheit nicht nur die Einsetzung einer Untersuchungsaufgabe, eines Untersuchungsgegenstandes, sondern gibt in weiterer Folge auch der Minderheit die Rechte, das Verfahren entsprechend zu gestalten, die nach eigenem Gutdünken aus­gesuchten Auskunftspersonen entsprechend zu laden und die notwendigen Unterlagen herbeischaffen zu können. Das ist eine extreme Weiterentwicklung entgegen dem gel­tenden Recht, das bisher die Untersuchungsausschüsse bestimmt hat!

Werte Damen und Herren! Wir haben es auch geschafft, dass die Untersuchungsaus­schuss-Führung weiterhin bei den Präsidenten des Nationalrates liegt – entgegen den Bestrebungen, externe Personen mit parlamentarischen Rechten zu betrauen. Auch das zeigt, welchen Wert wir dem österreichischen Parlament beimessen und welches Selbstverständnis wir haben. Mit diesem Selbstbewusstsein können wir gegenüber der Bevölkerung auch klar sagen: Wir sind selbst in der Lage, diese Untersuchungsaus­schüsse zu führen, und werden es auch in Zukunft schaffen.

Werte Damen und Herren! Diese Verhandlungen über die letzten Monate in absolut ge­gebener Sachlichkeit haben eines gezeigt: wieviel neben den sonst sicherlich auch not­wendigen parteipolitischen Positionen, um hier für die Republik auch entsprechend et­was weiterzuentwickeln, an positiver Weiterentwicklung für unseren Parlamentarismus möglich ist, wenn wir aufeinander zugehen, einander zuhören, Positionen austauschen und uns bei allem, was wir hier als Parlamentarier zu tun haben, zuallererst das Wohl der Bevölkerung und der Republik Österreich zum Ziel setzen.

In diesem Sinne freue ich mich auf weitere positive Beschlüsse in dieser Art und Wei­se. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)

11.41


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Brosz. – Bitte.

 


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