Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll59. Sitzung / Seite 100

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diglich den Rahmen dazu schaffen. Da wird heute, denke ich, ein guter Beschluss ge­fasst.

Außerdem ist es für mich deswegen ein wichtiger Beschluss, weil dadurch Paaren, die sich ihren Wunsch nach einem Kind bisher nicht erfüllen konnten, dies nun möglich wird.

Ich denke, keiner von uns, der selber Kinder hat, wenn er denn welche möchte, kann nachvollziehen, wie schwierig diese Belastung für eine Beziehung ist, egal, ob hetero­sexuell oder homosexuell, wenn man keine Kinder haben kann. Mit dem heutigen Ge­setz können wir diesem Kinderwunsch nachkommen. Daher ist es, finde ich, ein aus­gezeichnetes Gesetz.

Ich habe aber, geschätzte Damen und Herren, natürlich auch die Sorgen der Bürgerin­nen und Bürger ernst genommen. Ich habe natürlich viele E-Mails gelesen, und als Be­hindertensprecherin der SPÖ habe ich mich mit der Präimplantationsdiagnostik speziell auseinandergesetzt. Es ist heute schon angesprochen worden, dass die Präimplanta­tionsdiagnostik in Österreich auch in Zukunft verboten sein wird und nur in Ausnahme­fällen angewendet werden darf.

Ich denke, damit kann man vielleicht den Organisationen von behinderten Menschen, behinderten Menschen selber oder Eltern von behinderten Menschen die Sorge neh­men, dass hier ausselektiert wird. Es wird ganz genau darauf geachtet, wo die PID an­gewendet werden darf. Deswegen ist es für mich nicht so, dass Designerbabys ent­stehen können oder dass man unwertes und wertes Leben aussortieren möchte. Für mich ist es tatsächlich nicht so und ich hoffe, dass im Zuge der Diskussion behinderten Menschen ein wenig diese Angst genommen werden konnte.

Ich möchte mich der Kollegin Jarmer anschließen, auch wenn sie heute nicht selber spricht: Auch ich bin der Meinung, dass wir mit aller Kraft daran arbeiten müssen, dass Eltern, die Kinder mit Behinderungen bekommen und sie großziehen, erziehen, einfach alle Unterstützung bekommen, die sie brauchen; denn ich weiß aus vielen Gesprächen mit Eltern von behinderten Kindern, dass sie es ganz besonders schwer haben.

Ich möchte das noch um einen Aspekt erweitern: Ich weiß auch, dass viele Mütter, viele Frauen irgendwann alleine mit dem behinderten Kind bleiben, weil Männer oft die­se Strapazen – seien Sie mir jetzt nicht böse, aber es ist wirklich so – nicht mittragen kön­nen. Deswegen denke ich, ist es wichtig, dass wir alles daran setzen, Kinder mit Behin­derungen und Eltern mit Behinderungen bestmöglich zu unterstützen.

Ich bin überzeugt davon, dass das ein Gesetz mit Augenmaß ist, ein Gesetz, das dem medizinischen Fortschritt entspricht, den gesellschaftspolitischen Veränderungen Rech­nung trägt und vor allem mit großer Verantwortung umgesetzt wird. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Glawischnig-Piesczek und Strolz.)

13.48


Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächste gelangt Frau Abgeordnete Schittenhelm zu Wort. – Bitte.

 


13.48.22

Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätz­te Frau Bundesministerin! Geschätzter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kol­legen! Hohes Haus! Es ist richtig, wir haben es uns in der ÖVP-Fraktion nicht leicht ge­macht. Ich bin unserem Klubobmann Reinhold Lopatka sehr, sehr dankbar, dass wir breiteste Diskussionsrunden hatten, dass wir über viele Wenn und Aber stundenlang diskutiert haben und mit jedem Diskussionsbeitrag ein Mehr an Wissen erreichen konn­ten.

 


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