Einige verlieren aber gerne das positive Große und Ganze aus den Augen. – Das gilt auch für Sie, Frau Klubobfrau Glawischnig. – „Statt das große Lamento anzustimmen, wäre es klüger, das Positive anzuerkennen und der Regierung weitere Reformen abzuverlangen.“
Genau darum geht es uns! So sehen wir unsere Aufgabe als Österreichische Volkspartei in der Bundesregierung, nämlich zu gestalten. Ein ganz wichtiger Schritt – ich betone: ein ganz wichtiger Schritt! – für uns war diese Steuerreform. Und ich sage Ihnen: Dem Land und den Menschen hilft es gar nichts, wenn Sie alles notorisch schlechtmachen. Und als einer, der notorisch alles schlechtredet, werden Sie, Herr Klubobmann Strache, nicht weit kommen. Aber das ist Ihre Rolle, die Sie jedes Mal hier einnehmen, egal, bei welchem Thema Sie hier (Abg. Strache: Die Menschen tanzen Freudentänze auf den Straßen!)
Nein, keine Freudentänze, aber Sie könnten anerkennen, dass wir 5 Milliarden € an Entlastung geschafft haben. (Abg. Strache: Umgeschichtet haben Sie!) 5 Milliarden € an Entlastung – das ist ein respektables Ergebnis, Klubobmann Strache! Das bedeutet mehr Netto vom Brutto. (Abg. Strache: Umgeschichtet haben Sie – nicht entlastet!) Und das ist das, was sich die Menschen von dieser Regierung erwartet haben und was wir mit dieser Steuerreform auch zustande bringen.
Ich möchte schon hervorstreichen – und da unterscheide ich mich von Ihnen, Frau Klubobfrau Glawischnig, gravierend –, wer entlastet wird. Entlastet wird der breite Mittelstand – die Beispiele dafür hat Klubobmann Schieder schon gebracht – und natürlich auch die Familien. Natürlich werden auch die Familien entlastet, für die gibt es diesen Zuschlag. Eine Verdoppelung des Kinderfreibetrages auf 440 € ist doch etwas, was man auch von Ihrer Seite her anerkennen könnte. Der Mittelstand, die Familien, die Leistungsträger sind die, die am meisten profitieren.
Und da sage ich Ihnen auch eines: Ich bin froh, dass die Bezieher kleinerer Einkommen von der Steuerreform auch profitieren! Aber wenn ich um so viel weniger an Steuerleistung habe, dann kann ich durch eine Steuerreform nicht um so viel mehr an Entlastung haben.
Aber da möchte ich auch sagen: Jene Leute, die jeden Tag in der Früh aufstehen, fleißig arbeiten, auch Überstunden leisten, einen Großteil der Steuerlast zu tragen haben, die haben wir im Fokus gehabt! Die Fleißigen, würden die Freiheitlichen sagen. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Die Hälfte der Frauen arbeitet in Teilzeit! Sind die nicht fleißig?) Genau diejenigen haben wir im Fokus gehabt! Um da etwas zu erreichen, haben wir diese Steuerreform gemacht. Und es gibt auch einen Zuschlag für die Familien. (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Das ist die Handschrift der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei der ÖVP.)
Bei der Gegenfinanzierung ist das überhaupt nicht so, wie es von Strache und von Ihnen dargestellt worden ist, quasi einfach eine Umverteilung innerhalb der Steuern. Sie wissen es! 75 Prozent von dem, was wir hier bei der Gegenfinanzierung haben, gehen nicht auf steuerliche Maßnahmen zurück. Was wir uns vorgenommen haben, ist sehr ambitioniert. Wenn wir das schaffen, ist dieser Teil ein größerer als bei vorangegangenen Steuerreformen in Österreich. Und auch international gesehen ist kaum mehr möglich, als bei der Gegenfinanzierung drei Viertel ausgabenseitig zu schaffen.
Bei der Bekämpfung von Steuerbetrug haben wir noch viel vor, aber nicht nur beim Steuerbetrug, auch beim Sozialbetrug, Missbrauch der Mindestsicherung und in anderen Bereichen. Wir werden hier erstmals ein Gesetz verabschieden, um gegen Sozialbetrug vorgehen zu können. Und daher ist diese Steuerreform für uns nur ein Schritt: die Initialzündung für weitere Schritte und Reformen, die wir zu setzen haben!
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