Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll100. Sitzung / Seite 287

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Jetzt noch kurz zum Punkt modulare Oberstufe; das ist ein interessantes Thema. Sie wissen, ich bin studierter Wirtschaftspädagoge, war bei der Einführung dieses Modells in der Schule tätig, habe damit meine persönlichen Erfahrungen gemacht. (Zwischen­rufe bei der SPÖ.) Das war nicht uninteressant, muss man ganz ehrlich sagen. Bei die­sem System müssen jedoch die Klassenverbände aufgelöst werden – aber das ist vollkommen normal –, weil eben Kurse angeboten werden müssen. Und diese Kurse werden, wie auf der Universität, wahlweise von den Schülern konsumiert, um ihre ab­schließenden Prüfungen machen zu können.

Schauen wir, was bei der Bildungsreform überhaupt präsentiert wird. (Rufe: Redezeit!) Wir sind grundsätzlich nicht gegen diese Modularisierung des Schulsystems (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), aber es sind diesbezüglich natürlich noch einige Rah­menbedingungen zu klären. (Rufe: Redezeit!)

 


Präsident Karlheinz Kopf: Die Gesamtredezeit Ihrer Fraktion ist abgelaufen. Schluss­satz bitte! (Oje-Rufe.)

 


Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (fortsetzend): Mein Schlusssatz: Ihnen wäre es also beinahe gelungen, keine bildungspolitische Debatte hier im Hohen Haus zu füh­ren; aber eben nur beinahe. Ein bisschen etwas können wir doch diskutieren. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)

23.43


Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Gross­mann. – Bitte.

 


23.43.42

Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Mei­ne sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Hauser, Sie haben zwar lange ge­redet, weit über Ihre Redezeit hinaus, aber zum Tagesordnungspunkt haben Sie nicht viel gesagt. (Beifall bei der SPÖ.)

Es ist sehr, sehr schade, dass Sie Ihre Redezeit so unnütz verstreichen haben lassen. Gerne diskutieren wir mit Ihnen, gerade auch über die neue Oberstufe. Diese hat einen Modernisierungsschub gebracht, hat unser Schulsystem weiter modernisiert. Das be­merken hoffentlich auch jene, die geradezu gebetsmühlenartig darüber lamentieren, dass angeblich im Bildungssystem nichts weitergehe. (Abg. Walter Rosenkranz: Schauen wir uns einmal den 17. an, mein lieber Schwan!) Also das stimmt absolut nicht.

Gerade durch die modulare Oberstufe hat das Bildungssystem einen Modernisierungs­schub erfahren, aber einen Modernisierungsschub mit Augenmaß, in den auch die For­derungen der Schülerinnen und Schüler Eingang gefunden haben, nämlich jene, die auch im Begutachtungsverfahren geäußert wurden. Es wird eben kein vollständiges Kurssystem nach amerikanischem Muster eingeführt und der Klassenverband wird nicht zur Gänze aufgehoben. Der Klassenverband hat ja auch einen sozialen Zweck, und die Schülerinnen und Schüler wollten diesen daher nicht zur Gänze aufheben. Das haben wir also nicht gemacht, und der Klassenverband soll auch so bleiben.

Speziell bei den berufsbildenden Schulen – schade, Herr Kollege Hauser, dass Sie da nicht Ihre Expertise eingebracht haben – wäre eine Art À-la-Carte-Bildungsmenü nach­teilig, weil ja, wie Sie wissen, mit dem Abschluss bestimmter Unterrichtseinheiten viele berufs- und gewerbespezifische Berechtigungen miterworben werden. Und das wollen wir natürlich auch nicht zerstören.

Was eine Ausweitung auf die neunte Schulstufe anlangt, werden dann meine Kollegin­nen, die Lehrerinnen sind, dazu auch aus pädagogischer Sicht Stellung nehmen. Also insgesamt ist die Regelung, wie sie getroffen wurde, sinnvoll.

 


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