Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll100. Sitzung / Seite 292

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Diskussionsmöglichkeiten über die Ergebnisse der Beratungen auf der Regierungsebe­ne zur Änderung unseres Schulwesens wird es noch ausreichend geben und geben müssen, und zwar auf Basis des Reformpapiers, das ein gutes werden wird. Und daher auch danke an all jene, die hier mitgearbeitet haben. Und danke für die guten Wün­sche, die im Voraus schon ausgesprochen wurden. (Abg. Walser: Dann haben sich deine Vorstellungen aber nicht niedergeschlagen! – Abg. Walter Rosenkranz: Frau Kollegin Jank dürfte es schon kennen!) – Na ja, ich gehe einmal davon aus, dass viel­leicht auch andere hier im Hause schon etwas wissen. Bestimmten Medienmeldungen konnte man ja entnehmen, dass deine Fraktion, lieber Kollege Walser, vielleicht doch auch schon etwas weiß.

Aber ich möchte eigentlich zu dem Antrag im Ausschuss etwas sagen. Der Auflösung des Klassenverbandes würden wir nicht zustimmen und hätten wir nicht zugestimmt, weil das nicht im Sinne der Schülerinnen und Schüler wäre. In den Erläuterungen zum Gesetz heißt es:

„Die Schülerinnen und Schüler gaben an, dass sie den Verbleib im Klassenverband bis zur abschließenden Prüfung bei gleichzeitigem Förderunterricht und anderen Nachhol- bzw. Vertiefungsmöglichkeiten, die Möglichkeit des freiwilligen Wiederholens und das Lerncoaching sehr befürworteten.“

Also der Verbleib im Klassenverband wird von den Schülerinnen und Schülern ge­wünscht, und da werden wir doch nicht etwas anderes machen. Das wäre vielleicht nicht ganz so klug.

Zum modularen System beziehungsweise zur Frage, warum dieses nicht schon in der neunten Schulstufe umgesetzt wird: Wir sehen die neunte Schulstufe auch als Ein­gewöhnungs- und Orientierungsphase. Es ist eine große Umstellung, zum Beispiel von einer Neuen Mittelschule in eine Oberstufenschulform einzutreten. Viele wissen zu dem Zeitpunkt noch nicht so genau, was sie eigentlich machen wollen.

Da steht auch im Raum, ob man nicht vielleicht doch, anstatt die Schule weiter zu be­suchen, in eine Lehrausbildung geht, was ich nur sehr, sehr vielen empfehlen kann, weil die Berufschancen dort sehr groß sind. Im Übrigen kommen auch die meisten Un­ternehmer aus einem Bildungsweg, der über die Lehre gegangen ist.

Und zur Senkung der Drop-out-Quoten: Es wird etliche Gründe für einen Schulabbruch geben. Die wichtigste Gegenmaßnahme scheint mir aber doch eine ordentliche Berufs­orientierung zu sein, und an deren Umsetzung arbeiten wir auch zurzeit. Die ist im Laufen, in der siebenten und achten Schulstufe. Denn dann sind die Schüler schon weiter im Wissen darüber, was sie machen möchten. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Erfolge in den nächsten Jahren ablesen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)

23.55


Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Dr. Strolz. – Bitte.

 


23.55.31

Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Herr Präsident! Frau Ministerin! Lie­be Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Bürgerinnen und Bürger! Bald Schlag Mitter­nacht (Abg. Schieder: Geisterstunde!), wir widmen uns der Bildung – so viel zu den Prioritäten der Regierungsparteien hier im Hohen Haus.

Wir widmen uns auch deswegen der Bildung, weil im Ausschuss ein Unfall passiert ist, das wurde schon erläutert: Es war keine Mehrheit da, einen Antrag der Grünen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben, und deswegen musste dann eine Mehrheit der Regierungsparteien organisiert werden, um ihn zumindest durch Ablehnung zu versen­ken, und deswegen müssen wir ihn heute hier besprechen.

 


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