Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll130. Sitzung / Seite 88

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genauso sehen. Und das finde ich gut. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)

Meine Damen und Herren, die notwendige Verkehrswende geht von den Städten aus. Die Städter – und das haben Sie richtig erkannt – wollen auch nachts ruhig schlafen, wollen gute Luft sowie ausreichend Lebensraum in der Stadt haben, der ihnen heute von den vielen Autos, die irgendwo herumstehen, weggenommen wird.

Und die Städter und Städterinnen sind die Ersten, die bereit sind, zugunsten von mehr Lebensqualität in ihrem Lebensumfeld, der Stadt, eine andere Mobilität zu nutzen. Die Erfolge etwa des 365-€-Tickets in Wien und in Vorarlberg oder auch die Erfolge beim Ausbau der S-Bahnen, der Regionalbahnen, der regionalen Buskonzepte zeigen, wenn man – das haben Sie erwähnt – das Angebot richtig legt, dann nehmen es die Menschen an. In diese Richtung muss es gehen, meine Damen  und Herren.

Schließen darf ich mit etwas, das ich Ihnen mitgebracht habe. Damit Sie immer an: Vorrang für umweltfreundliche Mobilität! denken, habe ich Ihnen ein Exemplar davon mitgebracht. Ich wünsche mir, dass Sie ein guter Lokführer werden, denn das ist das Symbol für das wichtigste Elektrofahrzeug in Österreich, das ist die Bahn. Mögen Sie immer daran denken: Diese umweltfreundliche Mobilität muss Vorrang haben! Das ist die wichtigste Vorrangregel im Verkehr: Vorrang für den öffentlichen Verkehr! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)

Daher übergebe ich Ihnen jetzt diese Lok. Ich wünsche Ihnen, dass Sie ein guter Lokführer sein werden, der die Weichen in die richtige Richtung stellt. Sie haben uns dabei als Partner. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Willi überreicht Bundesminister Leichtfried eine rote Miniatur-Lok mit der Aufschrift „ÖBB“.)

13.14


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Haubner. – Bitte.

 


13.14.38

Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Vielleicht eingangs gleich zu den Ausführungen des Kollegen Willi. Ja, ich glaube, öffentlicher Verkehr ist wichtig, aber genauso wichtig ist die Verkehrswirtschaft. Und der Herr Minister hat ja eine Kooperation mit der Verkehrswirtschaft angekündigt, immerhin 36 000 Betriebe in diesem Lande.

Und da bin ich schon bei der wirklich wichtigen Frage: Wie schaffen wir es, dass es den Menschen in unserem Land wieder besser geht? Darauf gibt es eine sehr klare Antwort, für die wir ausnahmsweise nicht unseren eigenen Bundespräsidenten zitieren müssen, sondern einen ehemaligen US-Präsidenten: „It’s the economy, stupid“. Es geht um die Wirtschaft, weil nur die Wirtschaft alles am Laufen hält. Und die Wirtschaft sind wir alle, die Unternehmer, die Landwirte, die Selbständigen, die Arbeitnehmer, die Freiberufler.

Die Wiederaufbaugeneration der fünfziger und sechziger Jahre in Österreich war durch die soziale Marktwirtschaft mit dem Versprechen „Wohlstand für alle“ geprägt. Als Grundsatz meiner Großeltern und Eltern stand damals im Raum, es soll uns und unseren Enkeln einmal besser gehen.

Zum ersten Mal seit dem Jahr 1972 stellt sich dies nun für viele Österreicherinnen und Österreicher anders dar. Heute geht es den Menschen darum, den Status quo zu erhalten. Dass es der Enkelgeneration einmal besser gehen wird, daran glaubt heute nur mehr ein Drittel. Also sind alle ein wenig pessimistisch und nicht mehr so zuver­sichtlich.

 


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