Ich rede da jetzt weniger mit dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer, der bekanntlich Bergbauernsprecher ist, sondern spreche vielmehr den Gabi Obernosterer an: Die Hochkönig Tourismus GmbH beschwert sich, dass das fatale Folgen hat. Ja warum? – Weil deine Gäste, die Gäste im Salzburger Land, in der Steiermark, in Niederösterreich, egal, wo sie beherbergt sind, Wanderungen machen wollen, in einer gepflegten Kulturlandschaft wandern wollen. Und damit bin ich ja schon beim Thema.
Das ist eine Alm, die sogar ohne Strom bewirtschaftet worden ist – seit 300 Jahren! –, seit 1982 mit Ausschank. Jetzt müssen wir die noch besteuern. Und da reden wir von der Ehrenamtlichkeit?!
Jetzt komme ich gleich zu den Vereinen: Ich war am Wochenende bei einem super Konzert vom Hausruckchor, aber egal, ob Musikkapelle, Feuerwehr, da machen wir für alle Vereine (Abg. Obernosterer: … so einen Blödsinn, Vereine …!) – wo wir die Ehrenamtlichkeit so loben, wo so viel wertvolle Arbeit für die Jugend gemacht wird, für unsere Jungen, die dort gut behütet aufwachsen, mit Disziplin, und sehr viel fürs Leben lernen – auch noch Steuern mit Registrierkassen, da bringen wir sie in Notstand. Das hat keinen Sinn, dort müssen wir mit viel mehr Hausverstand arbeiten, dort brauchen wir wieder die alte Festwirteregelung. Der Herr Vizekanzler hat mir zugesagt, er wird sich das anschauen. Dass der Verein von dem regionalen Wirt eine Unterschrift für die Veranstaltungsbewilligung braucht, das hat super funktioniert.
Lieber Gabi Obernosterer! Du hast wieder deine Investitionstätigkeit im Umkreis von 30 Kilometern angesprochen. Und, lieber Gabi, weil es so gut zum gestrigen Milchgipfel passt – und ich bin überzeugt, da bekomme ich ja vermutlich die Zustimmung der halben Regierung, aber eigentlich (in Richtung SPÖ) müsste ich diese auch von den Vertretern der Konsumenten bekommen – und weil auch der Kollege Prinz heute gefordert hat, dass wir die Lebensmittelkennzeichnung brauchen: Ich habe heute drei Beispiele mitgenommen, das „schwere“ Beispiel, das ich schon ein paar Mal verwendet habe, zweieinhalb Kilo Regenwald-Palmfett-Biomargarine (ein großes Paket Margarine in die Höhe haltend), dann die kleine Version, die man am Frühstückstisch servieren kann, das ist Butterersatz-Palmfett aus dem Regenwald (ein kleines Paket Margarine in die Höhe haltend), und die kleine schnelle Lösung, der Kindermilch-Schokoriegel (einen Schokoriegel in die Höhe haltend), und da steht ganz klar Palmfett drauf, doch Ferrero kennt die Bedeutung schon: Sie schreiben nämlich „Butterfett“ ganz groß, aber dafür ist ganz wenig drinnen, und das ist das Problem, das wir haben.
Wenn wir die Almbetriebe zusperren, wenn wir die Kuhhaltung nicht mehr haben und Palmfett aus dem Regenwald importieren, dann haben wir auch die gepflegte Kulturlandschaft nicht mehr! Das ist ja „wunderbar“: Palmfett gegen Butterfett! Das ist ja gestern wieder verschwiegen worden. Wir werden einfach substituiert, nur muss uns klar sein, dass dann unsere Gäste irgendwann zwar eine Radtour im schönen Wald machen können, aber die Kulturlandschaft wird fehlen, und ich weiß nicht, ob dann die Zahl der Touristen größer wird. Vielleicht ist der Teint von manchen im Dunklen dann ein bisserl geschützter, aber ich glaube, das ist nicht das Ziel, das wir haben.
Zum gestrigen Milchgipfel noch: Wir haben dort in aller Deutlichkeit gesehen, dass die Gelder an der Landwirtschaft vorbeigehen, denn das muss man mir einmal einer erklären (Abg. Obernosterer schüttelt den Kopf) – nein, nicht den Kopf schütteln, Herr Kollege Obernosterer! –: Wenn nur 20 Prozent aller Gelder, die in den Medien als Bauerngelder ausgewiesen werden, in einen Bauernhof kommen und der Großteil, 80 Prozent, vorbeigehen – zur Agrarmarkt Austria 26 Millionen €, zur Telekom, das ist ja so ein typischer Bauer mit Steirerhut, 19,2 Millionen €, 13,7 Millionen € in die ländlichen Fortbildungsinstitute –, wenn wir das Geld in die Beamterie tun und nicht dorthin, wo es wirksam ist, dann haben wir die Ergebnisse, die wir gerade haben: Wir haben das größte Bauernsternsterben, die größte Welle der Abschlachtung dieser lieben,
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