Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll132. Sitzung / Seite 111

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weggeschickt wurde, sodass wir ins Achtelfinale kommen werden. (Allgemeine Heiter­keit. – Beifall der Abg. Schenk.) – Danke.

Zum sehr wesentlichen Thema Lehrlingsausbildung: Dazu wurden bereits von den Vorrednern, den Kollegen Haubner und Kassegger, ganz wesentliche Fakten erwähnt. An den Zahlen gibt es nichts zu rütteln. Wir haben Rückgänge. Mein aufrichtiger Dank gilt allen Betrieben, die überhaupt bereit sind, Lehrlinge auszubilden. Das ist nicht immer einfach.

Denken wir an den Bildungsbericht: Wir haben immer mehr Schwierigkeiten mit der Nachhilfe. Ähnlich verhält es sich auch hier – du hast es angesprochen, Herr Kollege – mit den Lehrabbrechern. Wir haben auch hier bereits diese Einrichtungen mit Lehr­lingscoaches, in denen die Leute manches Mal in einen Pool kommen, der schon weit weg von der Praxis ist.

Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht die Praxis aus den Augen verlieren und, wie schon angesprochen wurde, darauf, dass der Lehrling in seiner Lehrzeit in seinem Beruf ausgebildet wird und ausgebildet werden darf – und nicht durch lauter Vorschriften, lauter Bürokratie gefesselt und daher durch einen wesentlich günstigeren Hilfsarbeiter ersetzt wird. Ich glaube, das ist ein wesentliches Thema aus der Praxis. Da müssen wir schauen, dass wir nicht vor lauter Überregulierungen den Leuten die Freude am Beruf nehmen.

264 Betriebe sind leider nicht mehr bereit, Lehrlinge auszubilden.

Und jetzt kommt, glaube ich, der ganz wesentliche Bereich, über den schon gestern und auch heute im Zusammenhang mit dem Tourismusbericht diskutiert wurde: Es kommen immer mehr die fatalen Folgen des Ausblutens des ländlichen Raumes zum Tragen.

Das kann man zwar vielleicht kurzfristig überbrücken. Das fängt – Kollegin Kitzmüller sitzt gerade oben – bei der Familienpolitik an. Ja, es fehlen bereits diese Kinder aus diesen Familien im ländlichen Raum, die da waren, weil es vom familiären Umfeld her gepasst hat, mehr Kinder zu gebären. Das waren ganz wichtige Facharbeiter, das war ein Potenzial für Fachkräfte – ich komme aus dem Bezirk Vöcklabruck – für die Lenzing AG, für die Hatschek-Werke, für die Firma Spitz. Dort sind diese Jugendlichen ausgebildet worden, und die haben ein gutes Potenzial gehabt von leistungsfähigen, leistungswilligen jungen Leuten. Das fehlt auch den Betrieben.

Was manches Mal als Erfolg verkauft wird, wobei behauptet wird, dass die Arbeits­losenstatistik besser ist, ist ja nichts anderes als die geschönte Zahl, das Ergebnis dieser geburtenschwachen Jahrgänge, die wir jetzt haben. Das wird dort als Erfolg ausgewiesen, aber leider fehlen diese Personen dann bei den Fachkräften.

Wir haben es gesehen: Im Tourismus werden 7 000 Fachkräfte gesucht. Jeder Unter­nehmer, jeder größere Klein- und Mittelbetrieb, aber auch die Industriebetriebe jammern darüber, dass sie keine Fachkräfte mehr bekommen. Ich glaube, das sind die Ergebnisse, und da muss man handeln.

Es geht auch um die Kaufkraft. Auch die ist ganz wesentlich und fehlt im ländlichen Raum, denn: Wo investieren die Familien? Wo sind diese Lehrlinge? – Wenn sie dieses Geld, das sie in den Betrieben verdient haben, wieder regional vor Ort inves­tieren, wenn man diese angesprochenen Potenziale vom ländlichen Raum über Familienpolitik und Kaufkraft nützt, wenn man hier das Blut beziehungsweise Motoröl in dieses Getriebe wieder hineingibt, dann wird es wieder besser funktionieren. Andern­falls beginnt es zu stottern.

 


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