alles heißt – weiterhin diese staatliche Ausbildung, wissen aber ganz genau, dass da die Erfolgsquote äußerst bescheiden ist, sage ich einmal vorsichtig ausgedrückt. Das wissen Sie. Über 40 Prozent Abbrecher, die Drop-out-Quote ist riesig, die Kosten, die diese ÜLAs verursachen, sind exorbitant – das hat sogar die Gewerkschaft schon vor drei, vier Jahren erkannt, das hat die Wirtschaftskammer erkannt, das hat die Industriellenvereinigung erkannt –, und trotzdem halten Sie pickelhart an diesem System fest. Es ist zum Beispiel in Ihrem Entwurf für die Ausbildung bis 18 Jahre mit keinem einzigen Wort erwähnt, dass man auch nur irgendwo Anreizsysteme schafft, damit Wirtschaftsbetriebe wieder zusätzliche Lehrlinge aufnehmen oder sich das erste Mal überhaupt einen Lehrling leisten, der in späterer Folge dann natürlich auch als Facharbeiter in den Betrieben wertvolle Dienste leisten kann.
Jetzt komme ich auf ein paar Zahlen zurück. Zwischen 2008 und 2015 ist die Zahl der betrieblichen Lehrstellen um 21,5 Prozent zurückgegangen. Und wenn Sie, Herr Kollege Haubner, sagen, das hängt auch mit der demographischen Entwicklung zusammen, dann haben Sie nicht unrecht. Es ist aber damit nicht erklärbar, da die demographische Entwicklung wesentlich weniger ausmachen würde als der Verlust der betrieblichen Lehrstellen in den letzten sieben Jahren. Die Zahl der Lehrstellen ist allein im letzten Jahr, vom 31. Mai 2015 bis 31. Mai 2016, um 5 Prozent gesunken. Also auch das ist mit der demographischen Entwicklung absolut nicht erklärbar.
Sie wissen ganz genau, dass nur die Wiedereinführung des Blum-Bonus diese Situation verbessern kann. Aber ich weiß schon, dass Sie wieder mit den Augen rollen, wenn ich das Wort „Blum-Bonus“ nur erwähne. Wobei ich sowieso nicht verstehe, warum Sie Herrn Blum nicht mögen, Herr Blum kommt ja aus Ihrer Partei, und das war in den Jahren 2004 bis 2008 ein Erfolgsmodell. Das ist alles passiert, seit Sie den erfolgreichen Blum-Bonus im Jahr 2008 einfach abgedreht haben. Sie haben ihn durch diese unseligen ÜLAs ersetzt, die in Teilbereichen schon wichtig sind, weil es immer wieder Personen geben wird, die wir im sozialen Netz auffangen müssen, nur hat man das dermaßen aufgebauscht, dass es in der Zwischenzeit kaum mehr finanzierbar ist. Sie legen ja nicht einmal mehr die Kosten offiziell offen. Das kostet ein Vermögen!
Sie wissen ganz genau, dass diese ÜLAs in den letzten Jahren nur dazu gedient haben, die Jugendarbeitslosigkeit in der Statistik zu drücken. Sie wissen, dass wir in Österreich eine Jugendarbeitslosigkeit haben, die vielleicht im Vergleich zu anderen europäischen Ländern geringer, aber trotzdem exorbitant hoch ist. Das Interessante bei diesen Vergleichen ist auch, dass Sie die Jugendarbeitslosigkeit, generell die Arbeitslosigkeit mit unseren Nachbarländern Schweiz und Liechtenstein überhaupt nicht vergleichen, denn dort ist sie nicht einmal halb so hoch. Und dort reden wir von effektiven Zahlen, dort wird nichts versteckt, damit es in Statistiken nicht mehr aufscheint. (Abg. Matznetter: Die sind ja viel kleiner!) – Ja, die Schweiz hat ungefähr gleich viele Einwohner wie Österreich, wenn du das ansprichst, Herr Kollege Matznetter. So viel zu den Geographiekenntnissen. (Abg. Matznetter: Ich rede von Liechtenstein!)
Dann sage ich Ihnen noch einige aktuelle Zahlen aus dem letzten Jahr. Die Landesregierung in Vorarlberg hat bereits vor zwei, drei Jahren begonnen, auf die Inputs des Herrn Egon Blum – den Sie nicht mögen – zurückzugreifen. Und siehe da! Wenn Sie sich die Lehrstellenzahlen im Bundesländervergleich in Österreich anschauen, dann werden Sie Folgendes feststellen: Im letzten Jahr gab es in Vorarlberg 4 134 Schulabgänger, davon haben 2 021 eine betriebliche Lehre begonnen. 49 Prozent aller Schulabgänger haben eine betriebliche Lehre angefangen. Das ist mit Abstand der höchste Wert in ganz Österreich. Wenn Sie jetzt aber zum Beispiel Wien hernehmen – wo ja die ÜLAs in exorbitanter Anzahl vorhanden sind und auch eine Menge Geld
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