uns mit der dualen Ausbildung auch hier beschäftigen. Aber, was möchte er noch? – Er möchte, dass wir deshalb im Ausschuss gar nicht darüber reden. Gar nicht! Und warum? – Um Zeit zu sparen. Herr Kollege Matznetter findet, dass die Diskussion über die Lage und Situation der Lehre eine vergeudete Zeit im Ausschuss ist.
Meine Damen und Herren, ich denke, das ist kein guter Ansatz, wenn es um das Heben des Images von Lehre und Lehrlingen geht.
Doch die Sache geht noch weiter: Trotz seiner massiven verbalen Proteste während meiner Ausführungen ist es mir trotzdem ein Anliegen, auf die einzelnen Punkte des Berichtes, durchaus auch kritischen Anmerkungen, die dieser Bericht enthält, einzugehen.
Ich frage den Herrn Minister und Vizekanzler Mitterlehner, wie er zu einzelnen dieser Punkte steht, zum Beispiel zu den Anregungen im Bericht auf Seite 45, wo es um die Optimierung des Fördersystems geht, wo drinnen steht, dass die Systematisierung der Zielsetzung der einzelnen Fördermaßnahmen zu verbessern ist, dass es eine Trennschärfe bei der Benennung von Maßnahmen und Zielen geben soll, dass ein indikatorenbasiertes Monitoring zur wirkungsorientierten Steuerung sinnvoll wäre.
Letzten Endes bedeuten diese Empfehlungen, dass es ein derartiges System derzeit nicht gibt. Und das, meine Damen und Herren, ist durchaus ein Problem, wenn wir ein Fördersystem haben, das keine klaren Zielsetzungen hat, bei dem der Zweck der Förderung verschwommen ist, bei dem die Wirkung der Förderung nicht evaluiert wird, es dazu kein Monitoring gibt.
Finden Sie, wir sollten über so etwas vielleicht auch im Ausschuss etwas ausführlicher reden? – Ich schon.
Ich habe den Herrn Minister auch gefragt, ob es empirische Daten dazu gibt, warum Unternehmen tatsächlich aufhören, Lehrlinge auszubilden. Wir wissen, es werden immer weniger, aber ich finde, es bräuchte eine klare Studie, die sagt, was konkrete Punkte sind, um auch zu wissen, wo anzusetzen ist. Auch darauf bekomme ich keine Antwort.
Ich hätte gerne gewusst, wie es mit den qualitätssteigernden und qualitätssichernden Maßnahmen weitergeht, die wir 2015 beschlossen haben. Diese Maßnahmen sind nämlich derzeit als Angebot an die Unternehmen gestaltet, und dieses Angebot wird von den Unternehmen kaum wahrgenommen. Haben wir da ein Problem? – Ich sage: Ja.
So, meine Damen und Herren, alle diese Fragen blieben im Ausschuss offen. Und warum? – Weil der Herr Minister meinte, es sei quasi eine Zumutung, dass ich davon ausgehe, dass er darauf eine Antwort hätte. Er als zuständiger Minister will oder kann diese Fragen nicht beantworten. Ich finde, das ist nicht die Art und Weise, wie wir mit dem Thema duale Ausbildung umgehen sollten. Ich finde, wir brauchen eine intensive und engagierte Debatte zu diesem Thema. Ja, es ist ein gutes Modell, aber wir haben veränderte Rahmenbedingungen. Die Anpassung muss zügig vorangehen. Ja, sie wurde bereits gestartet, aber wir brauchen hier noch deutlich mehr.
Ich denke, wir alle haben viele Vorschläge dazu, sowohl die Parteien hier im Haus als auch die Sozialpartner und Experten. Ich möchte nicht, dass die Debatte dazu weiter verweigert wird. Ich denke, dass die jungen Menschen es verdienen, dass wir uns darum kümmern, dass sie eine optimale Ausbildung auch in den Betrieben erhalten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
13.52
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Doppler. – Bitte.
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