gemeint, aber falsch getroffen. Sie fahren jedes Jahr das Programm weiter. Sie handeln nach dem Motto: Augen zu und durch, wird schon irgendwie gut gehen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schatz.) Die Realität sollten Sie aber zur Kenntnis nehmen, dass nämlich unser Schulsystem – und das ist kein freiheitliches Schulsystem – versagt, zum Schaden der Jugendlichen und in weiterer Folge natürlich zum Schaden des Wirtschaftsstandortes Österreich. Sie werden in jeder Analyse der Wirtschaftskammer zur Bildung genau diese Dinge feststellen, aber keiner stellt sich hierher und sagt: Okay, das Schulsystem, so, wie wir es haben, versagt, und zwar komplett!
An dieser Stelle noch einmal zum ähnlichen Thema Akademikerquote: Ich kann mich erinnern, die letzten 20 Jahre gab es immer das hehre Ziel: Wir müssen in Österreich die Akademikerquote erhöhen! Wir sind international viel zu weit hinten, Akademikerquote, Akademikerquote! – Es ist ganz klar, dass die Lehre da ins Hintertreffen kommt.
Ich war ja vor 14 Tagen mit meinen Kollegen von den anderen Fraktionen in Griechenland. Griechenland hat eine Jugendarbeitslosigkeit von knapp 60 Prozent, und raten Sie einmal, wie hoch die Akademikerquote in Griechenland ist. Das wird wahrscheinlich außer den Kollegen, die dabei waren, keiner wissen: Es sind 50 Prozent. Und da sagen die Parlamentarier in Griechenland, sie sind so stolz auf ihr Schulsystem, denn sie haben eine Akademikerquote von 50 Prozent.
Wir in Österreich – und zwar aktuell auch 2016 – fahren den gleichen Kurs weiter, rot-schwarz-grün. Natürlich gibt es zu Recht Kritik der NEOS, die Lehre hat natürlich ein Imageproblem, ganz klar. Sie müssen für den Meisterbrief zahlen, sie haben weniger Vergünstigungen bei den Freifahrten, und generell versucht fast jeder in Österreich klarerweise, sein Kind nach der Volksschule irgendwo im Gymnasium unterzubringen.
Im Endeffekt haben wir heute einen Facharbeitermangel, wir haben in Wirklichkeit auch bei der Lehrlingsausbildung jedes Jahr größere Probleme. Genau der Bereich der Nichtqualifizierten ohne Ausbildung, auf der anderen Seite aber auch der der Akademiker wächst monatlich in der Arbeitslosenstatistik. (Vizekanzler Mitterlehner: Haben Ihre Kinder eine Lehrlingsausbildung gemacht?) – Herr Vizekanzler, ich habe es genauso gemacht wie viele andere Österreicher, auch meine Kinder haben Gott sei Dank maturiert.
Im Grunde genommen, Herr Vizekanzler, ist das aber eine Entwicklung, die wir die letzten 20, 30 Jahre haben. Worauf wir als Freiheitliche sehr wohl immer wieder hinweisen, ist, dass einerseits die Lehrlingsausbildung wirklich massiv gestützt werden muss, und zwar im Bereich Image, aber auch im Bereich Unterstützung der Betriebe mit echter Geldleistung, und dass es auf der anderen Seite einen kompletten Neustart des Bildungssystems in Österreich braucht.
Letzter Punkt, der von den Grünen auch in bewährter Manier gekommen ist: Asylwerber und asylberechtigte Jugendliche. Davon haben wir einige Tausend in Österreich. Wir haben Ex-Minister Hundstorfer – der ist ja auch schon wieder Geschichte – dazu einige Male befragt und haben auch eine Anfragebeantwortung bekommen. Ich versuche, es noch einmal ganz kurz zu machen: 241 Personen im Asylbereich haben seit dem Jahr 2012 diese Möglichkeit wahrgenommen, 130 davon haben innerhalb von einem Jahr abgebrochen, aktuell sind noch 107 Personen in Ausbildung. Damals im Ausschuss konnte uns der Minister keinen einzigen Fall im Asylbereich nennen, in dem es zu einem Lehrabschluss gekommen ist, nicht einen! So viel zu den Hoffnungen der Grünen, dass diese 7 000 unbegleiteten männlichen Jugendlichen unsere Lehrlingsproblematik lösen werden. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
14.16
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächste gelangt Frau Abgeordnete Dr. Winzig zu Wort. – Bitte.
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