Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll157. Sitzung / Seite 186

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Kinder ab dem zehnten Lebensjahr haben auch keinen Rechtsanspruch auf eine Nach­mittagsbetreuung beziehungsweise auf die Ganztagsschule, und da stellt sich die Fra­ge, wer darunter leiden wird.

Grundsätzlich meine ich: Ganztagsschulen ja, aber auch mein Kollege Harald Walser hat dazu bereits einen Abänderungsantrag eingebracht, denn es ist unser Ziel, allen Kindern die Möglichkeit zu geben, damit die Kinder, die ich bereits aufgezählt habe, auch eine Ganztagsschule besuchen können, einen Platz haben und auch gut betreut werden.

Die Frage ist: Wie wird sich das in der Praxis zeigen? – Ich befürchte, dass viele Men­schen wieder zu uns kommen und sich beschweren werden, und wir werden dann mit den Beschwerden wieder zu Ihnen kommen. Sie, die Regierungsparteien, werden auch Beschwerden von diesen Menschen bekommen, und Sie wissen auch, dass nicht je­des Kind und jeder Elternteil und jedes Familiensystem berücksichtigt wurde. Diese Men­schen werden auch zu Ihnen kommen und werden sagen: Sie berücksichtigen nicht das, was wir unterschrieben haben, und das ist die UN-Konvention. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)

17.35


Präsident Karlheinz Kopf: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Gusenbauer-Jä­ger. – Bitte.

 


17.35.33

Abgeordnete Marianne Gusenbauer-Jäger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Erinnern wir uns an ein Ereignis, das sehr konträr zur heutigen Gesetzesvorlage ist, im Jahr 2003 unter der damaligen Unterrichtsministerin Gehrer! Herr Wurm ist jetzt nicht da. (Abg. Peter Wurm winkt der Rednerin von seinem Sitzplatz aus zu.) – Doch! – Bis 2007 war Unterrichtsministerin Gehrer am Werk … (Abg. Peter Wurm: Ist auch SPÖ mit der ÖVP!) – Nein! (Widerspruch bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Haben wir beide erlebt!) Auf jeden Fall hat sie 2003 vorgeschlagen, zwei Stunden pro Schuljahr in der Klasse zu kürzen.

Die Schülerinnen und Schüler waren damals länger in der Schule, hatten mehr Zeit für den bestimmten Stoff, und sie konnten sich bestimmte Erfolgserlebnisse holen, die sie auch brauchen, um zufrieden zu sein. Aufgrund der Stundenkürzungen durch Gehrer musste der Stoff in den Fächern komprimiert und gekürzt werden. Das verursachte sehr viel Stress in der Klasse, das verursachte auch ein schlechteres Klima für Schülerinnen und Schüler, für Lehrerinnen und Lehrer. (Abg. Peter Wurm: Durch die Gehrer?)

Und jetzt meine PISA-Frage an meine Abgeordnetenkollegen: Zehn Stunden weniger in der Klasse – bringt das mehr Bildung oder weniger Bildung?

Daher – ich erwarte mir ohnehin keine Antwort – ist es sehr wichtig und begrüßens­wert, was unsere Bundesministerin Sonja Hammerschmid auf den Weg gebracht hat: 750 Millionen € für den Ausbau der Ganztagsschule. Das ist allerdings an bestimmte Qualitätskriterien gebunden. Natürlich fällt da die Inklusion hinein. Da werden auch Kin­der mit einer Behinderung unterrichtet und kommen dort zu ihrer Form des Unterrichts und der Bildung. Die verschränkte Form wird auch bevorzugt. Sogar der Bauernbund ist schon draufgekommen, dass auch der ländliche Raum Ganztagsschulen braucht, was ich auch sehr begrüße. (Zwischenruf des Abg. El Habbassi.)

Positiv zu erwähnen ist auch, dass die Wahlfreiheit gegeben ist, und zwar muss im Um­kreis von 20 Kilometern eine Ganztagsschule, auch in verschränkter Form, mit Nachmit­tagsbetreuung vorhanden sein. Für die Ferienbetreuung – die Frau Bundesministerin hat es schon erwähnt – ist auch Geld vorgesehen.

Aufgrund der Zeitökonomie kann ich jetzt nur mehr in Stichworten sprechen.

 


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