Die Betriebskosten sind auch ein ganz wichtiger Punkt, der immer ein bisschen vernachlässigt wird. Wir haben in den letzten Jahren mehrere Anträge eingebracht, um vor allem die Betriebskosten zu senken. Wir haben einen Gebührenstopp verlangt, speziell auf Gemeindeebene. Wien, das war ein Vorreiter, hat alle Kanal-, Wasser- und Müllgebühren explodieren lassen. In ganz Österreich sind die Nebenkosten explodiert und machen jetzt teilweise schon ein Drittel der Mietkosten aus. (Abg. Pirklhuber: Kein Wort über Immobilienspekulation! Sie diskreditieren sich selbst, Kollege Wurm!)
Das würde jetzt fast den Rahmen sprengen. Ich komme ganz konkret zu unseren Forderungen: Was verlangen die Freiheitlichen in diesem Bereich? – Nachfrage verringern, den Zuzug verringern, Österreich wieder so hinstellen, dass die Leute auch Wohnungen finden können, gezielte Förderungen für Mehrpersonenhaushalte, das Angebot erhöhen, Bauoffensive im Sozialbereich, vor allem im ländlichen Bereich – Breitband anzubieten, löst das Problem der Ausdünnung des ländlichen Raums nicht (Abg. Schimanek: Das stimmt!) –, Sozialbau intensivieren, Jugendstartwohnungen schaffen, Leerstände verringern, Eigentum unterstützen und möglich machen, Kosten senken, unnötige Bauauflagen abschaffen und Mehrwertsteuer auf Mieten und Bauen senken.
Übrigens ist der größte Profiteur der steigenden Wohn- und Mietkosten der Finanzminister, das wird immer übersehen. Wir haben auch da so etwas wie eine kalte Progression, das ist nicht zu vergessen – das ist wie beim Lohn, bei den Gehaltssteigerungen. Die Profiteure sind der Staat und der Finanzminister. (Abg. Pirklhuber: Das ist ja ein Wahnsinn! Die Finanzinvestoren ...!) Zweckwidmungen der Wohnbaufördermittel vor allem in den Ländern, in denen Grün mitregiert, ein einheitliches und einfaches Mietrecht, und, und, und – es gibt eine Fülle an Maßnahmen, die wir Freiheitlichen vorschlagen.
Eines ist klar – Schlusssatz meinerseits –: Nur wenn die Freiheitlichen in Verantwortung stehen, wird leistbares Wohnen in Österreich möglich. Solange Rot, Schwarz und Grün am Ruder sind, ist die Realität leider eine andere. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
10.17
Präsidentin Doris Bures: Als Nächste: Frau Abgeordnete Dr. Moser. – Bitte.
10.17
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Eine kurze Rückblende: Wir haben das Jahr 2002, Blau-Schwarz oder Schwarz-Blau ist an der Regierung (Abg. Vetter: Nicht die schlechtesten Jahre!), und der größte Verkauf gemeinnütziger Wohnungen der Geschichte Österreichs ging über die Bühne, maßgeblicher Mitprofiteur war höchstwahrscheinlich Herr Finanzminister Karl-Heinz Grasser.
Herr Minister Brandstetter, Sie sind ja bei der strafrechtlichen Aufarbeitung dieses größten Wohnungsdeals der Republik, der dazu geführt hat, dass gemeinnützige Wohnungen in Summe teurer geworden sind, weil viele abverkauft wurden, am Werk. Das trägt (in Richtung FPÖ) Ihre Handschrift, das ist Schwarz-Blau gewesen. – Hoffentlich! (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der FPÖ: ... hat so einen Bart! ... Frau Moser, die Grünen kennen das Problem gut!)
Ich bekenne mich dazu: Wir Grüne haben seit Jahrzehnten (Zwischenrufe bei der FPÖ) – darf ich bitte ausreden? – auf das Problem hingewiesen. Ich bin seit dem Jahr 1999 Wohnbausprecherin. Die Grünen haben, eng bedruckt, mindestens 20 Vorschläge, damit Wohnen leistbar wird, in mindestens zehn Anträgen seit mehreren Legislaturperioden hier im Parlament liegen. Seit Jahrzehnten plädieren wir dafür, seit Jahrzehnten bringen wir Anträge ein, seit Jahrzehnten liegen diese in den Ausschüssen, seit Jahrzehnten werden sie vertagt, weil Sie nicht wollen. (Abg. Peter Wurm: Wer will nicht?)
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