Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll183. Sitzung / Seite 150

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Richtig: Man muss Regionen bewerben. Richtig: Die Republik muss in Summe als Marke beworben werden. Richtig ist natürlich aber auch, dass sich gerade im Bereich der Bewerbung sehr viel durch den Effekt der Digitalisierung verändert. Wir haben beschlossen, dass wir uns gemeinsam dem Thema Digitalisierung widmen müssen. Wir werden daher alle Abgeordneten des Hohen Hauses, die Interesse haben, zu gemeinsamen Gesprächen einladen. Es ist klar, dass wir uns gerade auch im Bereich des Tourismus dem Thema Digitalisierung widmen müssen, so wie alle anderen Branchen diesbezüglich auch auf dem Prüfstand stehen und gefordert sind.

Wir werden da einiges sehr niedrigschwellig machen können – insbesondere für jene, die sich noch gar nicht damit beschäftigt haben. Diejenigen, die schon ein Stück weit des Weges in dem Bereich Innovation gegangen sind, wollen vielleicht mehr tun, wollen Rahmenbedingungen haben, innerhalb derer sie auch mehr gestalten können. Dabei wird die gesamte Frage der Datenwirtschaft von zentraler Bedeutung sein. Wie können unsere Touristiker und Freizeitanbieter auf das Potenzial, das sich uns eröffnet, erfolgreich zugreifen, es nutzen und in diesem Sinne Österreich weiter als sehr positiv positionierten Tourismusstandort entwickeln?

Die Nächtigungszahlen sind bereits angesprochen worden. Da haben wir das Limit, das wir uns für 2018 gesetzt haben – die 140 Millionen Nächtigungen – bereits mit Ende 2016 erreicht. Wie ich allerdings immer sage, sind Nächtigungszahlen allein kein positiver Indikator, sondern müssen bei der wirtschaftlichen Entwicklung immer in Verbindung mit der Investitionsbereitschaft, der Investitionsquote und dem Investitions­volumen gesehen werden.

Einige Abgeordnete haben es bereits angesprochen: Es ist schön, dass allein die Quote der bewilligten Kredite in diesem Bereich im Jahr 2016 um 54 Prozent gestiegen ist. Noch besser ist, dass es diesbezüglich einen anhaltenden Trend gibt. Betrachtet man das erste Quartal 2017 im Vergleich zu 2016, so ist auch das Investitionsvolumen um 20 Prozent gestiegen. Man sieht also einen durchaus positiven Trend.

Dann gibt es ein paar Grundsatzüberlegungen, die wir gemeinschaftlich im Ausschuss über die Jahre angestellt haben. Wir wollen mehr Internationalisierung, um auf einem sicheren zweiten Standbein zu stehen. Das darf man bei all den Vorteilen, die der österreichische Tourismus aufgrund der schwierigen geopolitischen Situation gerade lukrieren kann, nicht vergessen. Natürlich haben wir an den Rändern Europas geo­politisch gesehen gerade eine Bedrohungslage, daher machen Menschen lieber zu Hause Urlaub, bleiben in Österreich. Im innereuropäischen Kontext gesehen kommen natürlich auch Gäste aus unseren Hauptzielmärkten, Deutschland oder Holland, gerne nach Österreich und machen jetzt hier Urlaub – vielleicht sogar noch lieber als vor ein, zwei Jahren.

Nichtsdestotrotz brauchen wir dieses zweite Standbein und müssen die Fernmärkte weiter intensiv bearbeiten. Das sind natürlich vor allem die asiatischen Märkte und war lange Zeit der russische Markt. Auch da gibt es wieder eine Trendwende, denn von Jänner bis Ende April sind erfreulicherweise wieder mehr Gäste aus Russland gekommen. Wir verzeichnen eine Zuwachsrate von über 11 Prozent; das ist sehr, sehr erfreulich.

Grundsätzlich muss man natürlich sagen – und da plädiere ich für einen freien Tourismus, für einen selbstbestimmten Tourismus –: Es ist immer eine Frage, ob man den Tourismus staatlich verwalten will, oder ob man lieber will, dass er sich regional selbst gestaltet. Unser Modell verfolgt einen klaren Ansatz: Wir wollen keine staatliche Tourismusverwaltung, in der alles vorgegeben wird, sondern wir wollen natürlich eine ganz starke Region mit sehr viel Freiheit, die selber bestimmen kann, wie ihr USP in dieser veränderten Welt aussieht. Wir wollen dafür ein aktiver Partner sein, wir wollen


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