Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll194. Sitzung / Seite 101

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unsere Teller kriegen. Entschuldigen Sie! (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Kogler: Bravo!)

Wenn wir diese Studien sehen, der Nachweis von Glyphosat im Bier: Woher kommt denn das? – Wir wissen, dass unsere Braugerste nur in geringem Ausmaß mit Glyphosat belastet ist. (Bundesminister Rupprechter: Das gibt es da gar nicht!) Wir wissen aber auch: Durch den globalen Handel kommen diese Waren zu uns, und wenn wir da auch nach außen glaubhaft auftreten wollen, dann müssen wir uns dafür einsetzen, dass dieses Verbot ausgesprochen wird. Wir haben jetzt die historische Chance, das zu tun. Da sollten wir eine klare Haltung einnehmen, so wie es viele andere Länder vor uns bereits getan haben. Das wäre der Wunsch der SPÖ. Darin werden wir Sie auch unterstützen, sollten Sie dem nachkommen. Nur zu sagen: Wir wollen die Anwendungsgebiete einschränken und darum sind wir gleicher Meinung!, funktioniert nicht. Nein, wir haben in diesem Punkt eine diametral entgegengesetzte Meinung. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)

11.33


Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter Ing. Schultes gelangt als Nächster zu Wort. – Bitte.

 


11.33.08

Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Meine sehr geehrte Damen und Herren! Geschätzter Herr Bundesminister! Geschätzter Herr Präsident! Spannendes Thema – große Verwirrung. Wieso ist das so? (Abg. Kogler: Weil ihr auf der Seite der Großen steht, der Konzerne!) – Weil wir mit dem Thema Glyphosat ganz offensichtlich ein Thema aus dem internationalen Kampagnenfeld zu uns hereingezogen haben und über Dinge reden, die bei uns so nicht stattfinden.

Erstens: Es gibt in Österreich keine Kulturpflanze, die mit Glyphosat behandelt wird, daher kann es auch keine Rückstände von Glyphosat in österreichischen Lebens­mit­teln geben. Das ist so. (Beifall bei der ÖVP.) Das wird überprüft. Das wird unter­sucht, das untersuchen wir selber. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.)

Sie können die AGES fragen! In deren Berichten werden Sie sehen und lesen, dass alle Untersuchungen zeigen, dass sowohl die Lebensmittel als auch das Wasser frei von Glyphosat sind, dass es auch keine Abbauprodukte davon gibt. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.) All das ist in Ordnung. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Sie werden das sicher glauben, denn unsere Frau Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner war ja viele Jahre lang Vorsitzende einer Teilorganisation der AGES, die für Medikamente zuständig war. Jedes Medikament, das Sie einnehmen, hat einen Stempel von ihr. Mit denselben Untersuchungsmethoden, nach denselben Standards – beim Glyphosat sogar noch viel mehr – ist Glyphosat untersucht worden. Wenn Sie sich trauen, ein Aspro zu nehmen, brauchen Sie sich vor Glyphosat nicht zu fürchten, weil dieselben Wissenschaftler festgestellt haben, dass das in Österreich unprob­lematisch ist. Da kann man behaupten, was man will, das ist so.

Warum ist das jetzt so ein großes öffentliches Theater? Warum setzen sich so viele drauf? (Abg. Belakowitsch: Geht’s noch? – Weil ich das Aspro freiwillig nehme und das Glyphosat nicht!) Es gibt ein Problem: Glyphosat ist seit vielen, vielen Jahren zugelassen und ist als Patent abgelaufen. Heute gibt es viele Firmen, die das billig nachmachen können, und es ist im Prinzip so wie auch bei den Medikamenten. Wir wissen, dass es billige neue Medikamente gibt, die uns helfen, unsere Kosten im Gesundheitssystem zu senken. (Abg. Kogler: Aber das Aspro nehme ich freiwillig!) Beim Glyphosat ist es genauso. Es gibt eben viele Firmen, die das jetzt auf den Markt bringen, und die, die es erfunden haben, machen das Geschäft damit nicht mehr. Das ist schon lange nicht mehr Monsanto. Die, die da jetzt mit Monsanto Theater machen,


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