Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll197. Sitzung / Seite 129

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Nach Schluss dieser Debatte wird die Abstimmung über den gegenständlichen Frist­setzungsantrag erfolgen.

Wir gehen in die Debatte ein.

Zur Begründung ist eine Redezeit von 10 Minuten vorgesehen.

Erste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Brunner. – Bitte.

 


15.47.48

Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Da­men und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuse­herinnen und Zuseher! Uns Grünen war es heute wichtig, auf die zentralen Zukunfts­themen zu setzen, die unserer Meinung nach im Wahlkampf völlig zu kurz kommen, nämlich Themen, die ja über eine Legislaturperiode weit hinausgehen. Das eine ist die Bildung, das andere ist (Abg. Lopatka: Klimaschutz!) der Klimaschutz. – Ja, da sollten Sie vielleicht aufpassen, denn in Ihren Programmen ist das nicht so gut verankert, be­ziehungsweise auch in der letzten Periode nicht.

Die Klimakrise ist ganz eindeutig die größte Herausforderung unseres Jahrhunderts. Ich habe vor Kurzem gelesen, wenn 2030 die Arbeitsplätze in der Automobilbranche in China sein werden, dann werden wir uns fragen, warum das bei uns im Wahlkampf jetzt nicht stärker thematisiert wurde. Wir spüren die Auswirkungen der Klimakatastro­phe global – Wirbelstürme, Überflutungen –; wir spüren sie aber auch in Österreich, und gerade in diesem Sommer: Trockenheit im Osten, Extremwetterereignisse, Hitzetote, die Landwirtschaft ist massiv betroffen, hat extreme Ernteausfälle. All das ist nicht zu leug­nen, und jeder, der verantwortungsvoll damit umgehen will, muss jetzt handeln.

Meine Kollegin Alev Korun hat heute schon Barack Obama zitiert, und ich finde, das ist einfach sehr treffend: Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel spürt, und die letzte, die noch etwas dagegen tun kann, und davon leitet sich einfach eine große Verantwortung ab, die unsere Generation hat! Ich sehe nicht, dass sie wahrgenommen wird, und das ist unser Versuch heute hier, dass wir in dieser Legislaturperiode noch ei­nen Schritt setzen, diese Verantwortung wahrzunehmen. (Beifall bei den Grünen.)

Man hört ja, das Spannende beim Klimathema ist jetzt: Allein in den letzten Minuten ha­be ich zwei ganz kontroverse Meldungen gesehen, auf der einen Seite: Australien droht der Klimakollaps; auf der anderen: New York wird bis 2050 fossilfrei, also dekarboni­siert. Da sieht man, wie viel Bedrohliches in dieser Entwicklung liegt, aber auch, wie viele Chancen. Also man kann das sehr wohl miteinander verbinden.

Es wird auch etwas getan, es wurde etwas getan: Die Staatengemeinschaft hat ge­handelt und beschlossen, wofür Generationen von UmweltaktivistInnen gekämpft ha­ben: Das Zeitalter der fossilen Energie ist zu Ende. Mit dem Beschluss des Klimaver­trags von Paris vor fast zwei Jahren wurde das Zeitalter der erneuerbaren Energie ein­geleitet und damit auch die größte Transformation der Menschheitsgeschichte, dessen müssen wir uns bewusst sein. Davor stehen wir in den nächsten Jahren. Bis zum Jahr 2050 werden wir unser Gesellschaftssystem, unser Wirtschaftssystem, unsere Le­bensweise völlig umgestellt haben, frei von fossilen Energieträgern sein und uns mit er­neuerbaren Energien versorgen.

Das sehen wir auch schon, denn die Energiewende ist international der dynamischste Markt, den wir überhaupt haben, und ich wundere mich, warum das Klimathema von Wirtschaftsparteien – sogenannten Wirtschaftsparteien – so abgetan wird. Es ist der dy­namischste Markt, und jeder, der wirtschaftlich denkt, muss in Klimaschutz investieren. (Beifall bei den Grünen.)

Was bedeutet das alles für Österreich? – Wir Grüne wollen, dass Österreich im Spit­zenfeld dieser Entwicklungen liegt. Das ist erstens unsere moralische, unsere histori-


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