Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll1. Sitzung / Seite 47

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Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hat vor über 100 Jahren am Ende des 19. Jahrhunderts unseren Kontinent bereist. Er hat dabei auch Reportagen aus dem Reichsrat in Wien geschrieben. Da heißt es über den damaligen Parlamentsbetrieb: „Während andere gesetzgebende Körperschaften vor allem mit dem Kopf arbeiten, tut es die österreichische vor allem mit dem Herzen.“

Ich denke, es braucht unbedingt beides: Ein starker Parlamentarismus braucht einen scharfen Verstand, aber auch Herz im Sinne von Leidenschaft und Engagement für die Menschen in unserem Land.

Ich wünsche Ihnen allen und diesem Haus alles erdenklich Gute, viel Erfolg. Es lebe die Republik Österreich! (Anhaltender allgemeiner, stehend dargebrachter Beifall. – Die aus ihrer Funktion scheidende Präsidentin Bures verlässt das Präsidium und reicht den Abgeordneten Kern, Schieder, Strache, Hofer, Strasser, Kurz, Wöginger und Kopf die Hand.)

13.07

(Präsidentin Köstinger übernimmt den Vorsitz. – Allgemeiner Beifall.)

13.08.19 Antrittsansprache der Präsidentin

 


13.08.23

Präsidentin Elisabeth Köstinger: Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist mir eine sehr große Ehre und Freude, heute hier vor Ihnen und vor euch als Präsidentin des Nationalrates zu stehen. Mit großer Demut und vor allem auch Dank­barkeit nehme ich die Wahl an und werde mein Bestes dafür tun, eine Präsidentin für alle hier in diesem Haus zu sein.

Ich habe die vergangenen acht Jahre mit großer Leidenschaft die Anliegen der Öster­reicherinnen und Österreicher im Europäischen Parlament vertreten. Ich bin glühende Österreicherin und gleichzeitig glühende Europäerin. Ich habe mich immer als eine Verbinderin der Interessen zwischen den Fraktionen, aber auch innerhalb von Europa verstanden, und diese Erfahrung als Europaabgeordnete und vor allem als Verbinderin zwischen unterschiedlichen Meinungen möchte ich besonders in die Arbeit in meiner neuen Funktion einbringen. Ich habe mich immer schon für eine politische Kultur einge­setzt, die das Gemeinsame vor das Trennende stellt, und eine Kultur, in der wir ein gemeinsames, aber vor allem auch positives Miteinander prägen.

Es ist mir eine große Ehre, dass ich in meinem neuen Amt nach Barbara Prammer und Doris Bures zwei starken Frauen folgen darf, die diese Funktion die letzten Jahre hin­durch geprägt haben. Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ, NEOS und Liste Pilz.)

Wir versammeln uns heute hier in der Hofburg, weil wir vor Kurzem damit begonnen haben, unser eigentliches Parlamentsgebäude zu erneuern. Ich möchte Sie alle hier herinnen dazu einladen, dass wir die nächsten Jahre die Chance nützen, dem Parla­ment nicht nur eine neue Hülle zu geben, sondern es auch von innen her zu erneuern. Es ist unsere gemeinsame Chance, die Dinge anders zu machen und eine neue politi­sche Kultur zu leben. So wie im alten Parlamentsgebäude Wände, Böden und Einrich­tung erneuert werden, müssen auch wir erneuern, wie wir miteinander umgehen, wie wir unsere politische Arbeit machen und vor allem wie wir über unsere politische Arbeit sprechen.

Wenn wir etwas Neues machen wollen, dann können wir dabei auf ein wertvolles Fun­dament aufbauen. In dieser Legislaturperiode feiern wir den 100. Geburtstag unserer Republik, den 100. Geburtstag der österreichischen Demokratie. Wir dürfen nie verges­sen: Die Generationen vor uns haben viele Opfer gebracht, damit wir heute hier sitzen können. Wir dürfen auch nie vergessen, dass unzählige Menschen ihr Leben lassen


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