Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll5. Sitzung / Seite 44

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Miteinander in der Europäischen Union kann und wird es kaum ein Problem sein, das im Interesse aller Beteiligten so umzusetzen, wie das andere Länder – auch unser Nach­bar Italien – tun. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Strasser und Rupprechter.)

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu meinem zukünftigen Aufgabenbereich – und zwar erst dann, wenn das Bundesministeriengesetz in Kraft treten wird, nämlich am 8. Jänner 2018 – wird auch der Sport gehören. Der Sport ist ein wesentlicher Be­standteil im Leben der Österreicherinnen und Österreicher. Er begeistert Millionen Men­schen Tag für Tag in den unterschiedlichsten Sportarten, wo viele Menschen mitfiebern und die Leistungen der österreichischen Sportler mitverfolgen, wenn sie – wie es gera­de aktuell im Skisport der Fall ist – besonders erfolgreich sind, und sich dann mitfreuen.

Mehr als die Hälfte der Österreicher ist mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv. Jeder Vierte nimmt zumindest zwei- bis dreimal pro Monat an organisierten sportlichen Aktivitäten teil. Mehr als 500 000 Österreicher stehen jede Woche in ihrer Freizeit zur Verfügung, um sich ehrenamtlich für den Sport zu engagieren.

Um uns in Zukunft als Sportnation zu etablieren, ist es wichtig, dass wir auch die not­wendigen Rahmenbedingungen dafür schaffen und somit auch die erforderliche finan­zielle und organisatorische Unterstützung sicherstellen, und zwar für die Sportvereine und deren Strukturen, denn wir wissen aus Erfahrung, dass die Vereine und die Fach­verbände in der Regel ganz nahe am Sport dran sind. Dort wird man positiv ansetzen müssen.

Aber gleichzeitig sind notwendige Reformen auch im Sinne unserer Hobby- und Profi­sportler durchzuführen. Wir wollen daher gleich am Beginn unserer Regierungstätigkeit eine bessere strategische Steuerung der Sportförderung durch eine übergeordnete na­tionale Sportstrategie entwickeln sowie eine schlanke Abwicklungsstruktur sicherstellen und auch dafür Sorge tragen, dass in Zukunft wieder für Erfolge im Spitzensport auch die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. (Beifall bei der FPÖ und bei Ab­geordneten der ÖVP.)

Natürlich ist uns auch die Förderung von Randsportarten wichtig, und da haben wir in unterschiedlichen Bereichen, beim Schulsport beginnend, unsere Verantwortung auch in gesundheitspolitischer Hinsicht wahrzunehmen, etwa dann, wenn es um Turnstun­den geht oder wenn es darum geht, dass wir die Menschen in ihrem Bewusstsein in Richtung einer gesunden Lebensführung stärken und junge Menschen für Sport und Bewegung begeistern und nicht davon abhalten. All das wird ein wesentlicher Schritt sein, den wir zu setzen haben werden.

Was die Europäische Union betrifft, hat es Sebastian Kurz treffend auf den Punkt ge­bracht: Wir sind Europäer, wir leben im Herzen Europas, und wir stehen zu diesem eu­ropäischen Friedensprojekt. Wir haben vielleicht ein wenig andere Ansichten in dem einen oder anderen Bereich, wo wir aus der Verantwortung für ein europäisches Pro­jekt heraus die eine oder andere Richtung zu Recht kritisieren.

Wer Europa liebt, der muss auch da oder dort Kritik üben, wenn er erkennt, dass es falsche zentralistische Prozesse gibt. Uns ist aber bewusst, dass dieses Friedenspro­jekt Europa eines der wesentlichsten Projekte ist, die notwendig sind, um in der Ge­genwart und in Zukunft den Frieden zu erhalten. Wir werden uns da positiv einbringen, aber wir werden dort kritisch das Wort erheben, wo es zentralistische Fehlentwicklun­gen gibt. Vor allem ist es das Prinzip der Subsidiarität, das wir in der Europäischen Union vorantreiben und aktiv mitgestalten wollen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abge­ordneten der ÖVP.)

Im Vordergrund steht für uns das Bekenntnis zu einer Weiterentwicklung der Europäi­schen Union in dem Sinn, dass man sagt: weniger, aber effizienter! Da wollen wir in dieser Regierung natürlich auch sicherstellen, dass gleichzeitig unsere Neutralität wie-


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