Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll9. Sitzung / Seite 138

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nomie beibehalten werden soll und die Schutzvorschriften für Kinder und Jugendliche wesentlich verschärft werden.

Zur Frage 14:

Zu den Spätfolgen des Tabakkonsums zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herz­infarkt oder Schlaganfall, Atemwegserkrankungen wie COPD, chronische Bronchitis oder Asthma und bösartige Neubildungen wie zum Beispiel Lungenkrebs, Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs, Harnblasenkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Zur Frage 15:

Glimmende Zigaretten geben eine Menge kleiner Teilchen mit einer hohen Schadstoff­konzentration ab. Dazu kommt der inhalierte und wieder ausgeatmete Rauch. Die fei­nen Rauchpartikel sammeln sich an Vorhängen, Decken, Wänden und anderen Ge­genständen und belasten als kalter Rauch die Umgebungsluft, auch wenn gar nicht mehr geraucht wird.

Beim Passivrauchen wird Tabakrauch aus der Umgebungsluft aufgenommen. Dieser Rauch enthält die gleichen giftigen und krebserregenden Substanzen wie der beim Rau­chen inhalierte Rauch.

Zahlreiche Studien haben dokumentiert, dass auch beim unfreiwilligen Einatmen von Zigarettenrauch, bei der Konsumation von second-hand smoke, eine Gesundheitsge­fährdung besteht. Durch Passivrauchen gelangen krebserregende Substanzen in die Atemwege. Die WHO schätzt, dass 10 Prozent der Lungenkarzinome von Nichtrau­chern auf Passivrauchen zurückzuführen sind.

Zur Frage 16:

Rauchen stellt zweifelsfrei eine Ursache für Lungenkrebs dar. Weltweit sind 30 Prozent aller Krebstodesfälle auf Tabakkonsum zurückzuführen, wobei der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs am eindeutigsten dokumentiert ist. Eine seriöse Schätzung, welcher Anteil der Neuerkrankungen durch Passivrauchen verursacht wird, ist nicht möglich. Wie aus der Antwort zu Frage 15 ersichtlich ist, belaufen sich die Schätzungen der WHO auf 10 Prozent.

Zur Frage 17:

Jährlich sterben laut Expertenschätzungen zwischen 11 000 und 14 000 Österreichern an den Folgen des Rauchens. Der Anteil der Passivraucher kann nur geschätzt wer­den. (Abg. Strolz: Da gibt es Studien dazu! Das ist nicht korrekt, Frau Minister! – Zwi­schenruf des Abg. Stöger.)

Zur Frage 18:

Da sich die Organe und das Immunsystem von Kindern noch entwickeln, ist ihre Ge­sundheit durch Passivrauchen besonders bedroht. Außerdem haben Kinder in Relation zu ihrem Körpergewicht eine höhere Atemfrequenz als Erwachsene. Das Risiko des plötzlichen Kindstodes ist bei von Passivrauchen belasteten Säuglingen mindestens doppelt so hoch wie bei Säuglingen, die in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen.

Kinder, die Tabakrauch ausgesetzt sind, leiden oft unter einer Beeinträchtigung des Lungenwachstums und der Lungenfunktion. Auch akute und chronische Atemwegser­krankungen und Asthma sowie Mittelohrentzündung und Meningitis treten häufiger auf.

Zur Frage 19:

Gemäß der IHS-Studie aus dem Jahr 2008 zu den volkswirtschaftlichen Effekten des Rauchens betrugen die durch das Rauchen verursachten Nettokosten im Jahr 2003 256,8 Millionen Euro. Der fiskalische Nutzen aus dem Tabaksteueraufkommen für die


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