geht es. Es gab zwar Veränderungen, aber wenn wir uns ehrlich sind, sind diese eigentlich nur positiv. (Beifall bei der ÖVP.)
Handelserleichterungen haben ihre Gültigkeit erreicht, Zölle und andere Handelshemmnisse wurden und werden schrittweise abgebaut. Jetzt frage ich mich: Ist das für das heimische Unternehmertum, für die heimische Wirtschaft, die 6 von 10 Euro im Export verdient, so schlecht? Jedes Prozent mehr Exportwert produziert Tausende Arbeitsplätze, und da frage ich mich: Ist das so schlecht, wenn wir Arbeitsplätze schaffen und damit unser Sozialsystem stärken?
Was ich wirklich nicht mehr hören kann, ist das Konzernbashing. Diese bösen, bösen Konzerne schaffen nämlich Arbeitsplätze, und stellen Sie sich vor, es bewerben sich sogar Leute dafür! Und stellen Sie sich vor, es gibt Leute, die gerne für sie arbeiten! Und stellen Sie sich vor, diese bösen, bösen Konzerne produzieren Produkte, die von uns gekauft werden – T-Shirts, Nike-Schuhe, iPhones! Wenn die Unternehmen nicht steuerkonform agieren, dann wird das und soll das geahndet werden, dafür setzen wir uns auch ein; aber bitte pauschalieren Sie nicht, ich kann das einfach nicht mehr hören. (Beifall bei der ÖVP.)
Herr Klubobmann Kern, betreffend Großsponsoren und Großkonzerne: Mir war nicht bewusst, dass Facebook, Google und so weiter unseren Bundeskanzler unterstützen, aber das ist wahrscheinlich Teil Ihrer Desinformationspolitik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Wir hören immer, dass die Konzerne die großen Gewinner von Ceta sind. Ich glaube, da sprechen wir jetzt wieder über die österreichischen Großkonzerne. Es ist ja nicht so einfach, das zu differenzieren, aber die Anzahl von exportierenden Unternehmen hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als vervierfacht, von 12 000 auf 56 000. Ich glaube, so viele Großkonzerne gibt es gar nicht. Das sind vor allem KMUs, die von weniger Bürokratie profitieren. Diese Regierung setzt sich für weniger Bürokratie ein, das ist nämlich in dieser Koalition möglich, aber das nur am Rande. (Beifall bei der ÖVP.)
Ich verstehe die Aufregung um das ganze Abkommen sowieso nicht, ich habe sie auch nie verstanden. Wir sprechen hier von einem Abkommen, das mit einem Land abgeschlossen wird, das 36 Millionen Einwohner hat; die EU hat 511 Millionen Einwohner. Müssen wir uns da wirklich fürchten oder würde uns da nicht ein bisschen mehr Selbstbewusstsein guttun, frage ich mich. (Beifall bei der ÖVP.)
Wir sprechen von einem Land, in dem die Lebenserwartung höher ist als in Österreich. Glauben Sie wirklich, dass dessen Lebensmittel-, Umwelt- und Sozialstandards so schlecht sein können? Eigentlich müsste es umgekehrt sein, eigentlich müsste sich Kanada vor der EU fürchten, aber das ist nicht der Fall, denn dort läuft die Diskussion etwas ehrlicher und vernünftiger ab.
Gerade dieser letzte Punkt zeigt den Irrsinn der Diskussion und die bewusste Desinformation. Woher kommt eigentlich diese Mär, dass die Standards abgesenkt werden? Es ist ausdrücklich festgelegt, dass Ceta keine Umwelt-, Sozial- und Lebensmittelstandards absenkt, dass kein Druck zur weiteren Privatisierung der Daseinsvorsorge geplant ist. So ist es auch in Artikel 191 des Lissabonner Vertrags vorgesehen. Also hören Sie bitte mit dieser Angstmacherei auf! Wir können auch in Zukunft bestimmen, was auf unseren Tellern landet, Sie wissen das ganz genau. Herr Rossmann, es wäre schön, wenn Sie das auch in Zukunft so kommunizieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Herr Klubobmann Kern, wenn ich Sie vorhin richtig verstanden habe, meinten Sie, dass Sie sich dafür eingesetzt haben, dass das österreichische Parlament dem von Ihnen zugestimmten Abkommen nicht zustimmt. Zustimmt? Nicht zustimmt? – Das habe ich
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