Ich freue mich auf die weiteren Diskussionsbeiträge. Ich danke Ihnen, Herr Strolz, für Ihr Bildungsinteresse, für Ihr Schulinteresse. Ich bin mir sicher, dass wir uns in der einen oder anderen Gasse im Bereich des Schulsystems wiedersehen werden. Ich darf auch herzlich für das gemeinsame Interesse an einer Optimierung des österreichischen Bildungssystems danken. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
15.32
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Frau Abgeordnete Gamon ist zu Wort gemeldet. – Bitte.
Abgeordnete Claudia Gamon, MSc (WU) (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bildungsminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Minister, ich sehe es als durchaus verständlich, dass Sie gewisse stilistische Dinge in dem Antrag kritisieren, aber es ist nicht das erste Mal, dass die Zentralmatura in den letzten drei Jahren auch durch negative Berichterstattung aufgefallen ist.
Es mag sein, dass Medien manchmal dazu neigen, Dinge etwas reißerisch darzustellen, ich bin aber nicht der Meinung, dass es an uns liegt, das zu beurteilen. Es ist aber sehr klar, dass es doch eine Realität, nämlich die Lebensrealität der LehrerInnen, der SchülerInnen und deren Eltern, widerspiegelt. Das ist etwas, was wichtig ist, denn die Matura ist doch ein gewisser Stress im Leben eines jungen Menschen und nicht irrelevant für das, was danach kommt, für die Möglichkeiten, die man im Leben nach der Matura hat.
Es ist in den letzten Jahren ja schon ein wenig die Hoffnung aufgekeimt, dass es jetzt zu einer gewissen Routine kommt. Es war für uns ein wenig überraschend, dass auch dieses Jahr die Ergebnisse in Mathematik so außerordentlich schlecht ausgefallen sind. Auf Ihrer Website haben Sie selbst dargelegt, „dass der Anteil der mit Nichtgenügend beurteilten Arbeiten in Mathematik höher ist als im vergangenen Jahr“. Die Medien haben das als „Fünfer-Debakel“, „Nicht genügend für die Zentralmatura“ und so weiter bezeichnet.
Sie haben darauf reagiert – das haben Sie ja jetzt auch gesagt –, indem es gewisse Sofortmaßnahmen für die Kompensationsprüfung gegeben hat. Die Volksanwaltschaft, die erst vorhin hier vertreten war, hat das sehr kritisch gesehen. Es geht darum, dass diese Sofortmaßnahmen, die jetzt für diese Kompensationsprüfungen vorgeschlagen wurden, eigentlich den Zielen der Zentralmatura vollkommen widersprechen und das, was ursprünglich die Idee war, nämlich die Vergleichbarkeit und so weiter, ein wenig ad absurdum führen.
Das möchte ich genauer ausführen. Ein Teil dieser Sofortmaßnahmen ist, dass sich die Aufgaben nur auf allgemeine Themen beziehen, dass in der mündlichen Kompensationsprüfung ausschließlich Grundkompetenzen nachzuweisen sind, dass der Beurteilungsschlüssel noch einmal überprüft und qualitätsgesichert wird und so weiter und so fort.
Das hat eigentlich alles schon stattgefunden, und wir reden jetzt im Nachhinein darüber. Es hat ein paar verwundert, warum wir jetzt über die Zentralmatura reden, obwohl sie schon vorbei ist. – Damit es nächstes Jahr besser wird! Später hätte man das gar nicht machen sollen, sondern es ist gut, dass wir das jetzt thematisieren, wenn es auch noch in den Köpfen drinnen ist, dass das ein wichtiges Thema ist, damit es nächstes Jahr nicht wieder zum selben Problem kommt.
Bei diesen Kompensationsprüfungen hätte jetzt eben quasi gerettet werden sollen, was noch zu retten ist. Das klingt aber wie ein Herunterschrauben der Anforderungen, und Sie haben gerade erwähnt, dass das auch eine Sache ist, die man eigentlich mit den
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