Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll36. Sitzung, 5. Juli 2018 / Seite 212

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Erfassung von Gesundheitsdaten – das alles dann natürlich in anonymisierter Form –, die dann der Gesundheitspolitik zur Verfügung gestellt werden.

Durch das Bildungsreformgesetz 2017 wurde bereits der rechtliche Rahmen dafür ge­schaffen, dass die Schulärzte und Schulärztinnen auch zusätzliche Aufgaben im Be­reich der Gesundheitsversorgung wahrnehmen können, denn das war vorher rechtlich nicht möglich. Deshalb freut es mich auch ganz besonders, dass im Rahmen der Be­gutachtung im Ausschuss auch die Österreichische Ärztekammer eine positive Stel­lungnahme zu diesem Thema abgegeben hat, die Aufnahme der schulmedizinischen Daten in Elga unterstützt hat und auch die Ausweitung der schulärztlichen Tätigkeiten befürwortet hat.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was auf den ersten Blick nur wie eine kleine Änderung ausschaut, ist in Wirklichkeit ein erster Schritt in Richtung eines Paradigmen­wechsels. Bisher gab es eben diese strikte Trennung zwischen Schulgesundheitspfle­ge und Gesundheitsvorsorge. Nicht nur in den schulischen Bereichen, auch im Bereich der Arbeitsmedizin gibt es diese strikte Trennung. Diese wird nun zumindest in einem ersten Teilbereich aufgeweicht. Ich hoffe, dass dies nur der erste Schritt zu einer neu­en, effizienteren Zuteilung der Aufgaben im Gesundheitswesen und der Abschaffung von altem Standesdenken ist.

Vorhandene Strukturen und die Kompetenzen aller Gesundheitsberufe müssen besser genutzt werden. Doppelgleisigkeiten in unserem System müssen abgebaut werden. Die Leistungen in unserem Gesundheitssystem müssen wieder näher an die Bürger he­rangebracht werden.

Unsere Bundesregierung hat sich die Reform des Gesundheitssystems nicht nur vor­genommen, nein, sie nimmt sie auch aktiv in Angriff. Die Vorteile dieser Reformen, meine sehr geehrten Damen und Herren, werden gemeinsam mit den neuen Möglich­keiten der Digitalisierung allen Menschen in unserem Land ein noch besseres und ef­fizienteres Gesundheitssystem bringen. – Vielen Dank. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

19.29


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeord­nete Fichtinger. – Bitte schön.


19.29.16

Abgeordnete Angela Fichtinger (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Gesund­heitsministerin! Liebe Zuschauer! Hohes Haus! Ja, im Gesundheitsausschuss ist inten­siv diskutiert worden, und wie Kollege Loacker schon gesagt hat, waren sich alle einig. Die Aufnahme schulärztlicher Daten in die elektronische Gesundheitsakte, kurz Elga genannt, ist ein wichtiges Thema.

Elga erleichtert ja auch Patientinnen und Patienten, Ärzten und Ärztinnen, Spitälern und Pflegeeinrichtungen den Zugang zu Gesundheitsdaten. Es können Behandlungen aller Art unterstützt werden, vor allem wenn mehrere Gesundheitseinrichtungen invol­viert sind. So kann das optimiert werden, damit eine gute Zusammenarbeit funktioniert. Mehr als 12 Millionen Befunde sind bereits verfügbar und mehr als 160 Einrichtungen in ganz Österreich arbeiten inzwischen erfolgreich damit.

Kollegin Schwarz hat schon angesprochen, dass es ein ganz wichtiges Thema ist, ge­rade hinsichtlich Früherkennung bei Schulkindern und Jugendlichen. Es ist wichtig, die Probleme von Kindern und Jugendlichen ins Gesundheitssystem aufzunehmen, damit sie dann weiterverfolgt werden können. Ich glaube, das ist für uns – und da sind wir uns sicher – eine wichtige Sache. Die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen verdient auch in Zukunft unsere vollste Aufmerksamkeit.

 


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