Cannabis gibt es die besondere Verantwortung, das entsprechend richtig zu dosieren und richtig zu standardisieren.
Ich möchte die Diskussion über Cannabis in der Medizin ein wenig aus der weltanschaulichen Punzierung herausholen. Es geht nämlich nicht um eine Liberalisierung von Cannabis, sondern um ein klares Regelwerk dafür, wie man den Patientinnen und Patienten, die von Cannabinoiden und Cannabis profitieren können, das wirklich gut und mit vertretbarem bürokratischen Aufwand, aber unter entsprechenden Sicherheitsauflagen zukommen lassen kann. (Beifall und Zwischenruf des Abg. Jarolim.) Das ist durchaus in Analogie zu den Opiaten zu sehen, die ja seit Jahrzehnten ein ganz festgefügter Baustein in der Schmerztherapie sind.
Aus diesem Grund begrüße ich diese Allparteienübereinkunft im Gesundheitsausschuss, die unsere Frau Gesundheitsministerin auffordert, einen wirklich umfassenden Bericht unter Einbeziehung aller Stakeholder – insbesondere auch der Schmerzgesellschaft – zu erstellen und uns dann bis Anfang Januar vorzulegen, sehr. Ich glaube, dass Österreich in dieser Hinsicht einen wirklich entscheidenden Schritt wird machen müssen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
19.43
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächster: Herr Abgeordneter Loacker. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Keine Sorge, das ist das letzte Mal für heute! Ich bedanke mich bei den Vorrednern für die Versachlichung der Diskussion.
Die Wirkungen von Cannabis sind an sich erwiesen. Es geht bei der medizinischen Anwendung nun darum, ob es Cannabisblüten braucht, um eine Wirkung zu erzielen, die es mit Cannabisprodukten nicht zu erzielen gibt. Dazu soll nun Evidenz eingeholt werden – evidenzbasierte Medizin ist immer zu begrüßen.
Dass es Cannabisprodukte gibt, die eine gute Wirkung erzielen, ist bekannt. Ich möchte auf ein in dieser Hinsicht leidiges Thema hinweisen: Diese Produkte sind für die Patienten bei den Kassen erhältlich, sie sind aber eben in der Regel chefarztpflichtig. Die reichen Kassen genehmigen sie eher, die armen Kassen eher weniger. Das heißt, Schmerzpatienten, die bei der Wiener Gebietskrankenkasse versichert sind, kommen nicht so leicht an diese Produkte, wenn sie bei der Beamtenversicherung sind, kommen sie vergleichsweise leicht dazu. – Das ist nicht gerecht, das ist unfair. Auch da hat das Ministerium noch eine große Aufgabe vor sich. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
19.45
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächste: Frau Abgeordnete Holzinger-Vogtenhuber. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Zwischenruf des Abg. Jarolim.)
Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA (PILZ): Liebe Kollegin Povysil! Zu Ihren Schilderungen und Ihrem Eingangsstatement zum Cannabiskonsum allgemein und zu Cannabis in der Medizin: Ich habe schon lange nicht mehr das Bedürfnis gehabt, eine Rede mit: Geh, bitte!, zu beginnen. Ganz ehrlich: Wenn wir über Psychosen reden, wenn wir über Abhängigkeiten reden, wenn wir über zerstörte Leben reden, dann bitte ich Sie, sofort einen Antrag zum Verbot von Alkoholkonsum in Österreich einzubringen. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Ich frage mich auch weiterführend: Wie ist es mit Ihren Argumenten, Frau Kollegin Povysil, möglich, der allgemeinen Aufhebung des Rauchverbots zuzustimmen? (Zwi-
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite