te mit zig Nebenwirkungen schlucken müssen, sondern ein natürliches Medikament zur Schmerzlinderung zu sich nehmen können. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Sie alle, wir alle hier herinnen wissen, dass es höchst an der Zeit ist, dieses Gesetz entsprechend umzusetzen. Was tun wir? – Wir drehen eine Ehrenrunde und beauftragen das Sozialministerium, tätig zu werden und einen Bericht zu erstellen. Es ist wahrlich keine Meisterleistung der parlamentarischen Problembehandlung, die wir hier zeigen. Ich finde aber, es ist trotz allem ein erster großer und für mich besonders wichtiger Schritt, weil die Erfahrungen aus Deutschland auch für uns, für die österreichische Situation herangezogen werden müssen, damit wir da weiterkommen. Die ideologische Debatte macht überhaupt keinen Sinn, weil damit den Betroffenen kein bisschen weitergeholfen wird. Ihr Problem bei der Schmerzlinderung sind die extremen Nebenwirkungen von Opiaten – genau die sind das Problem. Die Pharmaindustrie, die dahintersteckt und mit dem Verkauf dieser Opiate erheblich Geld macht und Profite lukriert, ist es, die sich dagegen sperrt und auch versucht, Cannabis als Schmerzmedizin zu verhindern. Ich denke, da sollte unser Weitblick soweit greifen, dass wir da über unsere Grenzen schauen, uns die Nachbarländer anschauen, uns weitere Ergebnisse anschauen. Dazu ist der Bericht wirklich sinnvoll.
Ja, ich verspreche den 1,8 Millionen Schmerzpatientinnen und Schmerzpatienten: Ich werde gemeinsam mit meiner Fraktion und aufgrund dieses Berichtes, den wir Ende 2018 erwarten, alles dafür tun, dass mit Beginn 2019 wirklich an einem Gesetz gearbeitet wird und auch ein Gesetz auf den Weg gebracht wird. (Abg. Zanger – sich auf das von der roten Lampe am Rednerpult angezeigte Ende der Redezeit beziehend –: Dein Licht ist aus!)
Die Namen aller Interessengruppen, die sich dagegen sträuben und intervenieren, werden wir veröffentlichen, weil es nicht sein kann, dass auf der einen Seite Menschen stehen, die unter Schmerzen leiden, und auf der anderen Seite Unternehmen und In-teressengruppen, die Profite machen wollen. Mir ist es tausendmal wichtiger, dass wir die Interessen und die Schmerzen der Betroffenen ernst nehmen, als dass wir auf der anderen Seite immer nur die Profite schützen, die von Unternehmen eingefordert werden. – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz sowie des Abg. Jarolim.)
19.52
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Kaniak. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Jarolim: Vernunft, nein danke, das ist die Devise!)
Abgeordneter Mag. Gerhard Kaniak (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Minister! Ich wollte die Debatte eigentlich versachlichen und gleich über Cannabis für medizinische Zwecke sprechen, ich muss allerdings meiner Vorrednerin noch ein bisschen Replik zollen. (Abg. Noll: Respekt oder Replik?)
Das Geschäft mit Hanf ist momentan einer der am schnellsten wachsenden Märkte in der Gesundheitsbranche. Nicht umsonst nennt man die Hanfpflanze mittlerweile schon das grüne Gold und nicht umsonst gibt es auch in Österreich Dutzende, um nicht zu sagen Hunderte Hanfshops, die wie die Schwammerl aus dem Boden sprießen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die alle gemeinnützig arbeiten und keine Profitabsichten haben. (Heiterkeit der Abg. Winzig.)
Aber kommen wir zurück zur medizinischen Anwendung von Cannabis. Wie Sie selbst gesagt haben, hat Cannabis definitiv eine Arzneimittelwirkung. Unsere beiden Vorredner, Frau Dr. Povysil und auch Dr. Smolle, haben die Wirkung von Cannabis und des-
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