Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll36. Sitzung, 5. Juli 2018 / Seite 237

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ladisieren, sondern sich mit einer möglichst hohen Zahl an Anträgen auch inhaltlich auseinanderzusetzen, diese zur Abstimmung und damit zu einer weiteren Diskussion hier im Plenum zu bringen.

Genau das haben wir in der letzten Sitzung des Wissenschaftsausschusses gemacht, insoweit als dass von sechs Tagesordnungspunkten, die grundsätzlich für das Plenum zugänglich gewesen wären, vier tatsächlich ihren Weg ins Plenum gefunden haben, was natürlich nicht heißt – wir haben gerade über den Antrag des Kollegen Noll disku­tiert –, dass die Regierungsfraktionen allen Anträgen zustimmen, aber der konkret vor­liegende Antrag der Kollegin Gamon findet sogar die Zustimmung aller Parteien.

Was will ich damit sagen? – Es gibt durchaus Bereiche und Ausschüsse – und das hätte ich auch gern im Protokoll und das ist somit auch im Protokoll –, in denen eben dieser neue – ich will das Wort jetzt nicht bemühen – Umgang der Regierungsparteien, der respektvolle Umgang der Regierungsparteien mit der Opposition tatsächlich auch gelebt wird. (Beifall bei FPÖ, ÖVP und NEOS. – Abg. Rosenkranz: Das liegt am guten Vorsitzenden!)

20.59


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Ga­mon. – Bitte.


21.00.23

Abgeordnete Claudia Gamon, MSc (WU) (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Die Differenzierung zwischen Universitäten und Fachhochschu­len ist meiner Meinung nach ein großer Vorteil unseres Hochschulsystems. Die FHs sind in vielen Bereichen auch sehr viel näher an der Nachfrage, die vonseiten des Ar­beitsmarktes kommt, und sie haben ja auch die Möglichkeit, schlanker, flexibler, le­bensnaher auf die Dynamik, auf Trends eingehen zu können. Deshalb sind wir ja auch alle der Meinung, dass der Fachhochschulsektor massiv ausgebaut werden soll.

Aber: Es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis ein neuer Studiengang an einer FH ange­boten werden kann. Das ist zu lange, würde ich sagen. Es ist schon erwähnt worden, neun Monate dauert die Akkreditierung durch die AQ Austria. Zusätzlich dazu gibt es auch noch einen externen Audit des Qualitätsmanagements, der alle sieben Jahre stattfinden muss. Der dauert dann ein bis eineinhalb Jahre. Das ist eine sehr schmerz­hafte Doppelgleisigkeit, denn die Prüfbereiche von Audit und Akkreditierung überlap­pen sich in hohem Maße.

Wir sagen, dass die Ausgestaltung der externen Qualitätskontrolle neu aufgesetzt wer­den muss, um mehr Flexibilität zu ermöglichen. Die Änderung der Rahmenbedingun­gen würde ja letztendlich auch diesen FH-Ausbauplänen zugutekommen, weil die der­zeitige Regelung sehr bürokratisch ist. Wir glauben, wenn man da ein paar Formalis­men abbaut, könnte auch der Ausbau des FH-Sektors wesentlich schneller vorange­hen. Deshalb sind wir auch zu dieser gemeinsamen Entschließung gekommen – was mich sehr freut –, in der es um eine Evaluierung und Reform der Akkreditierungsver­fahren und Auditverfahren mit dem Ziel geht, schlussendlich die Rahmenbedingungen für eine flexible und rasche Anpassung beziehungsweise den Ausbau des FH-Studien­angebots zu optimieren.

Ich glaube, das ist jetzt aber auch eine gute Gelegenheit, grundsätzlich über den FH-Sektor zu reden. Der Wissenschaftsrat hatte sich 2012 ja 80 000 beziehungsweise idealerweise 120 000 Plätze bis 2030 gewünscht. Präsident Loprieno hat auch gesagt, dass es notwendig sein wird, zu fokussieren, wenn uns Bildung und Wissenschaft wichtig sind. Ein Kriterium soll dabei weder die Vertiefung in Richtung einer an Phä­nomenen orientierten Grundlagenforschung noch das Vertiefen in Richtung einer an­wendungsorientierten Forschung sein. Was heißt das? – Die typologischen Grenzen im


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