unter chronischen Krankheiten, jedes fünfte leidet unter einem psychischen Problem. Wir alle können das auch beobachten, wenn man Kinder sieht, die es nicht mehr schaffen, zum Beispiel einen Purzelbaum zu schlagen, oder auch nicht mehr wissen, wie man richtig läuft, was natürlich auch zu vielen Verletzungen führt. Das alles sind nicht nur erschreckende Statistiken, sondern auch bedenkliche Zustände für die Gesundheit unserer Kinder.
Doch es gibt Gott sei Dank eine einfache Lösung dafür, und die Lösung heißt: mehr Sport und Bewegung. Regelmäßige Bewegung sorgt für mehr Gesundheit, für weniger Verletzungen, für eine hohe Mobilität bis ins hohe Alter, damit natürlich auch für Kostenersparnisse im Gesundheitssystem. Sport sorgt auch für ein vollkommen anderes Selbstbewusstsein bei unseren Kindern, und vor allem sorgt er auch für eine Verbesserung der schulischen Leistungen unserer Kinder.
Aus diesem Grund haben wir gemeinsam in diesem Antrag einige wichtige Maßnahmen aufgelistet, um eben die Bewegung der Kinder von klein auf zu fördern und die Kinder für den Sport zu begeistern. Das fängt zum Beispiel bei den richtigen Rahmenbedingungen an, beim Know-how des Personals. Wir brauchen eine bessere Ausbildung der Pädagogen in diesem Bereich, wir wollen auch eine bessere Sportinfrastruktur, verbunden mit einer stärkeren Auslastung dieser Infrastruktur, das heißt eine Öffnung und Nutzung der Turnsäle in den Schulen für den Sport. Wir wollen das Ausmaß der Wochenstunden, die für den Sport genützt werden, erhöhen. Die Schule soll insgesamt einen stärkeren Fokus auf den Sport legen.
Und das soll eben kein Gegeneinander mit den Sportvereinen sein, sondern das soll gemeinsam passieren. Das heißt, wir wollen die Kooperation der Schule mit den Sportvereinen fördern, damit diese gemeinsam für mehr Sport und Bewegung sorgen.
Wir wollen zum Beispiel auch Schulsportwochen fördern, und wir wollen theoretische Inhalte betreffend Bewegung, Sport und gesunde Ernährung verstärkt in den Fokus holen.
Es geht aber über die Schule hinaus noch weiter, in den Universitätsbereich. Auch da wollen wir Maßnahmen setzen. Das fängt an bei der Entwicklung von Bildungswegen und Berufsausbildungen, wir wollen aber auch die Vereinbarkeit von Sport und Bildung fördern. Das heißt – und da spreche ich selber aus jahrelanger Erfahrung als Leistungssportlerin –, wir wollen, dass zum Beispiel mehr auf sportliche Aktivitäten, auf Leistungssport in unserem Bildungssystem, an Universitäten Rücksicht genommen wird. Ich selbst habe erlebt, dass ich Prüfungen ein ganzes Semester später noch einmal machen musste, weil ich wegen eines Europacupspiels leider nicht anwesend sein konnte, und das war leider Gottes den meisten egal. Genau an dieser Einstellung muss gearbeitet werden.
Sehr geehrter Herr Kollege Krist, Sie haben gesagt, Sie stimmen dem nicht zu, wegen eines einzelnen Punkts; bei diesem Punkt geht es um eine grundsätzliche Erhebung der Fitness unserer Kinder. Ich muss sagen, ich verstehe Ihre Bedenken wirklich überhaupt nicht. Sie haben diese Bedenken im Ausschuss vorgebracht, und wir haben Ihnen dort auch erklärt, dass es überhaupt nicht darum geht, irgendein Auswahlverfahren einzuführen, oder um eine Selektion der Kinder. Die Kinder werden dort nicht an die Grundlinie gestellt und müssen Liniensprints laufen, verbunden mit einem Lactattest, und kriegen dann am Schluss irgendwelche Noten. Nein, das ist es natürlich nicht, selbstverständlich nicht! Aber selbst wenn, ein bisschen Leistungsgedanke, ein bisschen Wettbewerb untereinander schadet auch Kindern nicht. Ich selbst habe gerne an solchen Wettbewerben und an solchen Leistungsvergleichen teilgenommen, und das hat mich nicht demotiviert, im Gegenteil, das hat mich motiviert, besser zu werden und mehr zu leisten, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
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