Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll55. Sitzung, 12. und 13. Dezember 2018 / Seite 244

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Eine Ausrollung der täglichen Bewegungs- und Sporteinheit auf den kompletten Pflicht­schulbereich ist dann natürlich das weitere Ziel. Wenn man so will, ist das – bei dem Ausgangszustand, den ich vorgefunden habe – das Meisterstück, die Kür, das Sahne­häubchen. Auch dort werde ich nicht nachlassen. Und ja, es ist unser Anspruch, und da sind wir in Verhandlungen mit dem Bildungsministerium und mit dem Gesundheits­ministerium, ab dem Jahr 2020 auch die Ausweitung von der Primarstufe auf die Pflichtschulen beginnen zu können; natürlich von der realpolitischen Ausgangsposition ausgehend, dass dort heute nichts vorhanden ist und wir in Zukunft nicht gleich 100 Prozent abdecken werden. Um dort auf Dauer eine 100-prozentige Abdeckung si­cherstellen zu können, benötigt das Sportministerium pro Jahr ein Plus, ein zusätz­liches Budget von 55 Millionen Euro. Jeder, der das Sportbudget kennt, weiß, dass das natürlich eine unglaubliche zusätzliche Summe ist, und daher wird das nur als Quer­schnittsmaterie nach Verhandlungen mit dem Bildungsministerium, mit dem Gesund­heitsministerium und natürlich auch im Zusammenhang mit einer großen Steuerreform möglich werden. Ich habe den Anspruch, die negativen Entwicklungen der letzten 20 Jahre in diesem Bereich nachhaltig zu korrigieren.

Jeder Euro, den wir bei den Kindern von klein auf – vom Kindergarten bis zum Ende des Pflichtschulsystems – einsetzen, spart uns auf Dauer 5 Euro im Gesundheitssys­tem.

Da bin ich genau bei dir, da hast du vollkommen recht: Jede zusätzliche Investition er­spart uns und unserer Gesellschaft auf Dauer Geld, und deshalb ist sie so notwendig und so wichtig, und deshalb kämpfe ich wie ein Löwe dafür, dass wir da endlich auch nachhaltig etwas weiterbringen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Auch die Einbindung österreichischer Athletinnen und Athleten als Vorbilder an den ös­terreichischen Schulen soll im Rahmen der Initiative „Mach den ersten Schritt“ erfolgen und vertieft werden. Ich sage, das sind die Helden, das sind die Vorbilder, und wenn man diese an die Schulen bringt, dann werden die Kinder – mit großer Aufmerksam­keit – vielleicht erst recht verstärkt für Bewegung gewonnen werden können. Das alles soll in Absprache mit den Sportfachverbänden im Rahmen der neuen Initiative „Kinder gesund bewegen“ passieren.

Heute wurde als einziger Kritikpunkt die Frühtestung angesprochen. Das verstehe ich nicht ganz. Warum? – Man kann natürlich auch einen positiven Zugang dazu haben, nämlich das als eine Art sportmotorischen Pisa-Test zu sehen, mit dem wir bei Kindern in der Volksschule frühzeitig feststellen können, ob sie bereits einen Purzelbaum, ge­wisse Grundbewegungen, eine Rolle rückwärts oder was auch immer machen können oder nicht, weil es da oder dort im Schulbereich noch immer ein Versagen gibt.

Das frühzeitig erkennen zu können, da gegensteuern zu können, ist ein ganz wesent­licher Ansatz. Wenn wir frühzeitig Defizite an den Schulen erkennen und dort ausmer­zen und korrigieren können, gibt es nämlich keine Verlierer, sondern ausschließlich Sieger. Das ist der eine Ansatz neben dem anderen Ansatz. Natürlich werden auch da oder dort Talente erkannt werden, die man wiederum frühzeitig den Vereinen zugu­tekommen lassen kann, mit Vereinen in Verbindung bringen kann. Man kann mit den Eltern reden und sagen: Ihr Kind hat ein spezielles Talent. Es wäre vielleicht gut, wenn Sie Ihr Kind nach der Schule noch in einen Verein geben, damit es dort weiter Sport macht und dieses Talent gefördert wird. – Das alles macht Sinn und ist nicht etwas, das Kinder in eine missliche Lage oder missliche Situation bringt. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

So gesehen wäre es wünschenswert, frühzeitig anzusetzen. Wir wissen, dass die jun­gen Männer, die heute bei der Musterung vorstellig werden, im Vergleich zu von vor 20 Jahren oftmals katastrophale Ergebnisse zeitigen. Wir müssen dort mit einer hohen


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