Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll68. Sitzung, 28. März 2019 / Seite 159

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sein, für die nachkommenden Generationen! Stehen wir zusammen als Politicians for Future auf, es ist an der Zeit!

Was ist ein Zukunftspolitiker, eine Zukunftspolitikerin? – Eine Politikerin, ein Politiker, die oder der der Wissenschaft zuhört, die oder der der Jugend zuhört und sich voll und ganz hinter das Pariser Klimaschutzabkommen stellt – einfach das! –, die oder der die wissenschaftlichen Fakten akzeptiert und die ökologische Notlage als solche behandelt und kommuniziert. Die Lösung der Klimakrise bedarf der umfassendsten Mobilisierung und Umstrukturierung unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, die die Mensch­heit je gesehen hat. (Beifall der Abg. Cox.)

Sind wir mutig, meine Damen und Herren, sind wir visionär, wird es uns gelingen. In Zukunft wird kein Platz für PolitikerInnen sein, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen und nicht entsprechend handeln. „Act Now!“ tönt es jeden Freitag von den Straßen her. Ein Politician for Future tut genau das: Er oder sie handelt jetzt – jetzt, wo sich eine Klimakatastrophe gerade noch abwenden lässt. Politicians for Future darf kein Partei­programmkapitel, keine Plattform, deren Mitglied man wird, sein, Politicians for Future muss ein Verdienst für unerbittlichen, energischen Einsatz zur Sicherung unserer Le­bensgrundlage sein, für den tiefgreifenden Umbau unserer Mobilitäts-, Wärme-, Ener­giegewinnungs- und Distributionsinfrastruktur, für die Änderung unserer Produktions- und Konsumationsweisen.

Ja, für diesen Umbau gibt es noch keine fixfertige Plug-and-play-Lösung, die einfach in einem Land implementiert werden kann. Es gibt kein Modell, weder auf nationaler noch auf EU-Ebene, aber es gibt ein gemeinsames Ziel: das Pariser Klimaschutzabkommen und die dementsprechenden Treibhausgasemissionsreduktionsziele.

Geschätzter Kollege Rauch, ich bin auch eine Atomkraftgegnerin und ich bin beein­druckt vom Antiatomkraftengagement der Bundesministerin, aber nur weil ich in die­sem einen Punkt nicht mit Greta Thunberg übereinstimme, diskreditiere ich doch nicht diese globale Klimaschutzbewegung, die diese junge und mutige Frau losgetreten hat! (Beifall der Abgeordneten Elisabeth Feichtinger, Klaus Uwe Feichtinger und Cox.) Ganz im Gegenteil, wir können in einer gemeinsamen Kraftanstrengung, von Öster­reich ausgehend – Österreich, der legendären Antiatomkraftnation –, ein Signal in die ganze Welt aussenden, dass 100 Prozent erneuerbare Energie und die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels und die damit einhergehenden CO2-Reduktionen ohne Atomkraft mög­lich sind. Das 100-Prozent-erneuerbare-Energie-Ziel in der Stromversorgung, das in der #mission 2030 festgeschrieben ist, ist ein gutes, ein ambitioniertes Vorhaben, nur muss sich dieses Ziel auch in der Tagespolitik niederschlagen, wie etwa im Energie­ausbaugesetz 2020, das ja bald in Begutachtung sein wird.

Ich habe in der aktuellen Vorfassung, die ich schon sehen durfte, diesen Pfad noch nicht wirklich ganz abgebildet gesehen, daher bitte ich die Regierung, da nachzuschärfen. Ich bitte aber auch die Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ und von der Liste JETZT, mitzuhelfen, dieses Gesetz auf den Weg zu bringen. Schreiten wir hier in Ös­terreich mutig voran, lassen wir hier die Keimzelle einer Politicians-for-Future-Bewe­gung entstehen, die andere mitreißt!

Wir können das. Wir sind ein kleines Land, aber mit großen Möglichkeiten, mit mutigen Politikerinnen und Politikern – wie einer Stephanie Cox, einer Irmgard Griss, einem Mi­chael Bernhard, einem Uwe Feichtinger, einem Andreas Schieder und vielen mehr, und auch aufseiten der Regierungsfraktionen weiß ich, dass einige Kolleginnen und Kollegen und auch unsere Bundesministerin im Herzen Politicians for Future sind. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall der Abgeordneten Klaus Uwe Feich­tinger, Bernhard, Cox und Zadić.)

17.20


 


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