leisten. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Deswegen ist es wichtig, das Schließen dieser Betriebe zu verhindern. Wie können wir das tun? – Na ja, durch eine gute, sinnvolle Förderpolitik.
Deswegen ist die Gemeinsame Agrarpolitik hier gefordert. Von in etwa 60 Milliarden Euro, die die Europäische Union jährlich für die Landwirtschaft ausgibt, fließen 30 Milliarden Euro in die reine Flächenförderung und aus unserer Sicht zu wenig in die Ausgleichszahlungen für die benachteiligten Berglandwirte. Diese Ausgleichszahlungen sind nicht nur zu erhalten, sondern wir müssen uns dafür einsetzen, dass diese Ausgleichszahlungen auch angehoben werden. Das wäre ein Ziel, damit das Schließen der Bergbauernhöfe verhindert wird. Dafür setzen wir uns ein, und ich bitte euch alle, uns bei diesen Bemühungen zu unterstützen.
Im Zuge der Erarbeitung der Gemeinsamen Agrarpolitik, deren Säule 1 die Direktförderungen und Säule 2 das Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums umfasst, muss es uns gelingen, die Mittel im Bereich Direktzahlungen noch wesentlich zu verstärken und die Ausgleichszahlungen zu erhöhen, damit unsere landwirtschaftlichen, bergbäuerlichen Betriebe weiterhin am Leben erhalten werden. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
18.20
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Feichtinger. – Bitte.
Abgeordnete Elisabeth Feichtinger, BEd BEd (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Ministerinnen! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Jeder vierte landwirtschaftliche Betrieb in Österreich wurde in den letzten zehn Jahren zugesperrt. Trotz hoher Subventionen gibt es wesentlich weniger Bauernhöfe in Österreich. Seitens der Bundesregierung spricht man immer wieder über die Wertschätzung gegenüber den heimischen Kleinbäuerinnen und -bauern, doch ich frage mich: Was wurde bisher wirklich umgesetzt?
Von der ÖVP, die seit über 30 Jahren das Landwirtschaftsministerium besetzt, gibt es für die Kleinbäuerinnen und -bauern nur Lippenbekenntnisse. Die Kleinen werden Jahr um Jahr mehr belastet. Meine Schwiegereltern haben einen Hof mit Milchkühen. Dort hat noch jede Kuh ihren eigenen Namen. Es ist halt einfach etwas ganz anderes, weil die Lebenserwartung dieser Kühe wesentlich höher ist als jene der Hochleistungskühe, die bei vier bis fünf Jahren liegt.
Die meisten Höfe bei mir im Salzkammergut werden von Familien im Nebenerwerb und zum Teil auch im Vollerwerb geführt. Für unsere Gemeinden sind diese von unschätzbarem Wert. Sie beleben den Tourismus durch die Landschaftspflege und durch attraktive Urlaubsangebote, sie erhalten viele Bräuche und Traditionen, und sie versorgen uns mit gesunden und vor allem hochwertigen Lebensmitteln. Die wirtschaftliche Situation wird aber für viele Familienbetriebe immer schwieriger, obwohl sie hart, mit vollem Engagement und mit Begeisterung arbeiten.
Die Mittel für die EU-Ausgleichszahlungen sind hoch, doch sie werden nicht gerecht verteilt. Wir fordern, dass die Förderungen ab einer gewissen Fläche spürbar abflachen. Wir brauchen unbedingt Maximalgrenzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Außerdem müssen Kriterien wie Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit die maßgebliche Rolle bei der Verteilung spielen, denn es kann nicht sein, dass reiche Großgrundbesitzer mit Unterstützung in Millionenhöhe gefördert werden, während die kleinen Betriebe immer mehr unter Druck geraten. Diese kleinbäuerlichen Betriebe, deren Höfe von Generation zu Generation weitergegeben werden, möchten den respektvollen Umgang mit Tieren und Umwelt pflegen und nicht durch chemische Mittel ihre Böden aus-
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