Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll72. Sitzung, 25. April 2019 / Seite 172

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wir uns nur den kurzen Zeitraum von 2015 bis 2016 anschauen: Allein da waren es 4,2 Prozent.

Das heißt, wir haben da eine Thematik, bei der wir genau hinschauen müssen, weil es gerade für die nächste Generation schon auch eine Frage der Generationengerechtig­keit ist, wie wir mit unserem Planeten umgehen.

Einen großen Hauptfaktor in diesem Bereich bilden natürlich – das wurde auch schon von den Vorrednern angesprochen – die Lkw, der Schwerverkehr, der ganz viel aus­macht. Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht zurücklehnen und sagen: Ja, wir warten, bis etwas auf europäischer Ebene passiert, bis dort Maßnahmen getroffen wer­den. Wir müssen auch auf österreichischer Ebene aktiv werden und insbesondere auch Druck auf die Hersteller ausüben, schließlich waren sie ja diejenigen, die sich mit Manipulationen über die letzten Jahre hinweg durchaus Vorteile verschafft haben.

Es ist auch aus einem zweiten Grund, nämlich im Hinblick auf den Standort Österreich, sehr relevant, dass wir da aktiv auftreten und uns der Lobby gegenüber stark präsen­tieren: weil wir wissen, dass gerade in Österreich die Zulieferindustrie ein ganz wichti­ger Faktor ist. Wenn wir da negativ abschneiden, weil wir nicht mehr genug Innova­tionskraft in diesem Sektor haben und auch die Innovationszyklen nicht verkürzen kön­nen, ist das natürlich durchaus auch standortpolitisch und arbeitsplatzpolitisch zu hin­terfragen.

Was ist die Aufgabe von uns als Politiker? – Wir müssen geeignete Rahmenbedingun­gen schaffen und wirklich Maßnahmen ergreifen, die dazu führen, dass CO2 und an­dere Treibhausgase reduziert werden. Diesbezüglich passiert halt auf der Ebene der Regierung momentan sehr wenig bis gar nichts.

Das Thema Verkehrsflüsse wurde schon angesprochen. Es gibt da ganz viele Möglich­keiten, das innovativ zu lösen, innovative Maßnahmen zu treffen, um den Verkehrs­fluss zu steuern beziehungsweise zu verbessern. Wir sind uns aber, glaube ich, hof­fentlich einig – bis auf den Herrn Minister und seine Studie, die, wie Kollege Rossmann schon gesagt hat, nicht ganz nachvollziehbar ist –, dass Tempo 140 nichts bringen wird. Es gibt genug Studien, die sagen, dass Tempo 140 nichts zur Verkehrsflussver­besserung beiträgt, sondern dass das Gegenteil der Fall ist; auch wenn man sich in diesem Zusammenhang das Thema Ausstoß anschaut, denn auch da bringt es genau gar nichts.

Dementsprechend ist Tempo 140 eher danebengegangen, wenn wir an die Treibhaus­gase denken.

Das zweite Thema, den Schwerverkehr, habe ich vorhin schon angesprochen. Ich glaube, dass es essenziell ist, dass wir endlich auf die Schiene kommen. Die Schweiz ist das große Beispiel. Sie haben auch angesprochen (in Richtung Bundesminister Ho­fer), dass das dort noch einmal besser funktioniert.

Wir müssen natürlich auch Maßnahmen ergreifen, nämlich einerseits zur Optimierung der Verladung, damit also die Verladung vom Lkw auf die Schiene besser funktioniert, und andererseits auch zum Ausbau der Kapazitäten, weil wir immer wieder an Kapa­zitätsgrenzen gelangen. Das ist Ihnen, glaube ich, sehr bekannt. Nur wenn das wirklich optimal funktioniert, werden die Frächter genug Anreize haben, auf die Schiene umzu­satteln und wirklich weg von den Lkws zu kommen.

Das dritte große Thema in diesem Zusammenhang ist natürlich immer die E-Mobilität. Auf der einen Seite müssen wir natürlich – das haben wir bereits angesprochen – die Bahnstrecken schneller ausbauen, weil wir genau wissen – ich komme selbst aus dem Kamptal –, dass die wunderschöne alte Diesellok halt nicht das Gelbe vom Ei ist, wie


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