Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll72. Sitzung, 25. April 2019 / Seite 184

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An dieser Stelle eine weitere Bemerkung zur Rede des Kollegen Schmuckenschlager: Wenn der Prozess zur Gesetzwerdung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes transpa­rent, offen und nachvollziehbar abläuft, sind wir gerne bereit, uns dabei zu beteiligen und sinnvollen Lösungen zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)

Leider teilen nicht alle Nachbarstaaten Österreichs die Ansicht Österreichs zur Atom­kraft und setzen nach wie vor auf den Ausbau bestehender Atomkraftwerke, auf die Laufzeitverlängerung alter und mit veralteter Technologie ausgestatteter Anlagen, set­zen zum Teil sogar auf die Neuerrichtung von Atomkraftwerken. Auch das Problem der Lagerung des angefallenen und in Zukunft anfallenden Atommülls bleibt weiterhin un­gelöst. Niemand kann heute sagen, wie ein sogenanntes Endlager konkret aussehen soll und was es leisten muss, um dauerhaft Sicherheit bieten zu können.

Im Lichte dessen hat die sozialdemokratische Fraktion bereits vor Monaten mehrere Anträge insbesondere zum AKW Mochovce und zu eventuell geplanten grenznahen Atommüllendlagern eingebracht. Es ist aus unserer Sicht daher äußerst begrüßens­wert, dass die Regierungsfraktionen ebenfalls einen eigenen Antrag eingebracht ha­ben, der dieselbe Zielrichtung hat. Nunmehr ist es uns gemeinsam gelungen, den vor­liegenden inhaltlich präzisierten und geschärften Antrag bereits im Umweltausschuss einstimmig zu beschließen, der die Bundesregierung ersucht, „alle diplomatischen und politischen Mittel auszuschöpfen, um Atomenergie in Europa zurückzudrängen und den Ausbau von erneuerbaren Energien europaweit voranzutreiben“.

Hierzu eine Bemerkung zu einer vorhin erfolgten Aussage der Frau Bundesministerin: Frau Bundesministerin, die Bundesregierung, nicht die sozialdemokratische Parla­mentsfraktion oder die Sozialdemokratische Partei, wird ersucht. Es ist also offensicht­lich die Meinung aller Parlamentsparteien, dass es primär und grundlegend im Verant­wortungsbereich der Bundesregierung liegt, da im zwischenstaatlichen Bereich auf Re­gierungsebene tätig zu werden. Das betrifft Sie, Frau Bundesministerin, das betrifft auch den Herrn Bundeskanzler.

Frau Bundesministerin, wir sind bei diesem Thema alle einer Meinung, wir sitzen alle im selben Boot. (Abg. Neubauer: Nicht immer!) Nutzen Sie diese Unterstützung, die­sen Common Sense! Treten Sie im Sinne aller Österreicherinnen und Österreicher ent­schieden, energisch und vor allem unmissverständlich für die Ziele und Inhalte dieses gemeinsam getragenen Antrags auf! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)

19.05


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Riemer zu Wort. – Bitte schön, Herr Abgeordneter.


19.05.43

Abgeordneter Josef A. Riemer (FPÖ): Frau Präsident! Geschätzte Frau Bundesmi­nister! Herr Kollege Feichtinger! Nach solch schönen Worten und einem Allparteienan­trag hätten wir uns, glaube ich, die letzten ätzenden Worte noch ersparen können. Es ist dem Umweltausschuss tatsächlich gelungen, hier eine einheitliche Linie zu finden, nämlich mit den Anträgen von Schmuckenschlager und Rauch, dann natürlich von Feichtinger, dann natürlich auch von Androsch, und dass letztendlich auch Herr Ross­mann und Herr Bernhard da mitgetan haben, halte ich für etwas Positives. Das zeigt, dass wir zusammen etwas bewirken können, und das sollten wir auch in Zukunft ma­chen! Dann hätten wir uns heute den ganzen Blödsinn und viele Anschüttungen er­sparen können. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Die Präambel sagt ja, glaube ich, alles aus: „Die Bundesregierung wird ersucht, alle di­plomatischen und politischen Mittel auszuschöpfen, um Atomenergie in Europa zurück­zudrängen und den Ausbau von erneuerbaren Energien europaweit voranzutreiben.“

 


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