Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll72. Sitzung, 25. April 2019 / Seite 209

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nen: Burgtheater, Volksoper und Staatsoper, und nicht an der Abgeltung der tatsäch­lich erbrachten Leistungen. Daher ist in vielen Fällen dann auch keine Kostenwahrheit mehr gegeben.

Zur Auslastung: Dazu bedarf es sehr oft externer Bühnen als Auftraggeber. Das kriti­siert auch der Rechnungshof, dass die Preisgestaltung bei externen Aufträgen manch­mal so niedrig ist, dass oft nicht einmal die anteiligen Kosten für Personal und Material gedeckt sind. Gleichzeitig empfiehlt aber der Rechnungshof eine gleichmäßige Voll­auslastung der Werkstätten. In diesem Spannungsfeld operiert Art for Art.

Es ist klar, dass eine unterpreisige Auslastung – das wurde auch im Ausschuss disku­tiert – betriebswirtschaftlich gesehen besser ist als keine, sind doch in diesem Bereich naturgemäß auch immer Leerläufe vorhanden.

Zu den Personalkosten wird von Art for Art angemerkt, dass die Konstruktion der Kol­lektivverträge in bestimmten Bereichen oft Mehrkosten verursacht. Auch wenn man in Ungarn, in Bulgarien, in Rumänien oft billiger produzieren könnte, werden so Arbeits­plätze, hoch qualifizierte Arbeitsplätze in Österreich gesichert, und das ist sicher auch ein Erfolg für Art for Art.

Sowohl im Theater als auch im Fernsehen können die Österreicherinnen und Öster­reicher die Bühnenbilder von Art for Art sehen. Zu den großen Kunden zählen die Staatsoper, die Volksoper, alle Theater, die Festwochen, die Madrider Oper, der Life Ball und sämtliche Ballveranstaltungen, um hier nur einige Beispiele zu nennen. Die Mitarbeiter von Art for Art haben aber auch das Neujahrskonzert 2019 mit ausgestaltet und auch das Designkonzept für das Konferenz- und Medienzentrum des EU-Ratsvor­sitzes 2018 ausgearbeitet. Ich denke, das zeigt sehr wohl die beachtliche künstlerische Arbeit von Art for Art. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)

20.38


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Lintl. – Bitte schön.


20.39.04

Abgeordnete Dr. Jessi Lintl (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Rechnungs­hofpräsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Auch ich beziehe mich auf den Rechnungshofbericht zur Art for Art Theaterservice GmbH. Diese Einrichtung ist ja ei­gentlich eine tolle Sache, und wir können ihre Arbeit immer wieder erleben, wenn wir die Wiener Theater, die Oper besuchen, und, wie Kollegin Becher schon gesagt hat, auch im Fernsehen sehen.

Trotzdem hat der Rechnungshofbericht wirklich gravierende Kritikpunkte vorgebracht. Das sind die unklare Preispolitik im Zusammenhang mit dem Bundestheaterkonzern, der wettbewerbsverhindernde Umgang im Zusammenhang mit der Veräußerung von Immobilien, worauf Kollegin Griss schon eingegangen ist, und die oftmals intransparen­ten und zu hohen Personalkosten. Dabei hat die Art for Art Theaterservice GmbH 360 Mitarbeiter und betreibt die größten Dekorationswerkstätten in Österreich und ist der Ausstatter der berühmtesten und wichtigsten Theater in Österreich.

Es wird natürlich vom Rechnungshof kritisiert, dass im Zuge der Immobilienverkäufe nur eine mangelhafte Dokumentation gegeben war und dass es auch keine öffentliche Interessentensuche gegeben hat. Hätte man da professioneller agiert, dann hätte sich sicher ein höherer Ertrag erwirtschaften lassen.

Zu den Aufgaben von Art for Art gehören die Bereitstellung von Bühnenbildern, Kostü­men, Requisiten für Aufführungen, aber auch die Instandhaltung, die Lagerhaltung, der Transport und der Kartenvertrieb.

 


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