Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll84. Sitzung, 2. Juli 2019 / Seite 281

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psychologischer Sicht nicht unterscheiden können, ob sie selbst gemeint sind, also persönlich beurteilt werden, oder ob ihre Leistung beurteilt wird. Das ExpertInnen­hearing hat auch ganz klar gezeigt – es war Dr. Ferdinand Eder, der das gesagt hat –, dass diese Maßnahme absolut nicht evidenzbasiert ist. Darüber hinaus hat er zum Begriff Notenwahrheit in Bezug auf ein Argument, das die alte Regierung sehr oft gebracht hat, dass man nämlich Notenwahrheit brauche, sodass man die Schülerinnen und Schüler vergleichen könne, klar gesagt, dass das nicht so ist. Er hat gesagt, es gibt keinen Sachverhalt, der besser untersucht ist als die notorische Unzuverlässigkeit von Noten. Viel klarer kann man es also nicht auf den Punkt bringen, dass Noten eben keine gute Beurteilungsform sind, sondern dass es diesbezüglich alternative Modelle braucht.

Wir glauben ganz fest daran, dass man den Profis vor Ort, den Pädagoginnen und Pädagogen, vertrauen muss und ihnen auch ihre pädagogische Freiheit geben muss, dass sie vor Ort gemeinsam mit den Eltern entscheiden, was das Beste für die Kinder ist und wie man sie am besten beurteilt. Deswegen finde ich es sehr schade, dass die Regierungsparteien unseren Vorschlag im Ausschuss abgelehnt haben, weil ich glaube, dass das wirklich ein wichtiger Schritt gewesen wäre, um Dinge, die die alte Regierung wirklich schlecht gemacht hat, zu korrigieren. Das finde ich sehr bedauer­lich. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Hammerschmid. – Abg. Matznetter: Ehe­malige Regierung! Ehemalige Regierung!)

21.56


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Frau Abgeordnete Kirchbaumer ist zu Wort ge­meldet. – Bitte.


21.56.44

Abgeordnete Rebecca Kirchbaumer (ÖVP): Herr Präsident! Werte Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Im vorliegenden Ent­schließungsantrag geht es im Wesentlichen um den Erhalt der bewährten Schulver­suche, die es in ganz Österreich schon seit sehr vielen Jahren gibt. Mein Kollege Hauser hat ja vorhin schon das berühmte Schigymnasium Stams in Tirol vorgebracht (Zwischenruf des Abg. Wurm), das seit 1967, also seit 52 Jahren, ein Schulversuch ist. Dort wurden bekannte Spitzensportler wie Benni Raich, Marlies Schild, Mario Matt und viele andere mehr ausgebildet.

Vor der Bildungsreform 2017 bestehende Schulversuche würden spätestens am 31. August 2025 enden. Das hätte zur Folge, dass die Schulen letztmalig 2019/2020 SchülerInnen aufnehmen können. Das würde auch die Thöni Akademie in Tirol treffen. Dabei handelt es sich um einen Schulversuch der dualen Ausbildung, ein sehr erfolg­reiches Ausbildungssystem für künftige Fachkräfte in der Aluminium- und Metall­branche. Die Schülerinnen und Schüler gehen in ein technisches Gymnasium und werden gleichzeitig dort als Facharbeiter ausgebildet. Die Thöni Akademie hat einen ausgesprochen hervorragenden Ruf und die Anmeldezahlen übersteigen die Zahl an Schülerinnen und Schüler, die überhaupt aufgenommen werden können. Die Plätze sind sehr begehrt.

Es ist ein Paradeunternehmen in Tirol, das zeigt, wie duale Ausbildung perfekt funktio­niert. Die Thöni Akademie ist in das Unternehmen der Familie Thöni eingebunden und arbeitet hervorragend mit dem Borg Telfs zusammen. Auch viele weitere Schul­ver­suche wie zum Beispiel das Sport- und Musik-Realgymnasium Salzburg oder das Leistungssportzentrum Südstadt für den Sommerspitzensport hätten mit 2019/2020 die letzten Schülerinnen und Schüler aufnehmen können. An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei allen Fraktionen bedanken, die meinem Entschließungsantrag ein-


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