bundeseigenen Ateliers im Wiener Prater – Orte, an denen täglich Kunst entsteht – wichtige Sanierungsarbeiten durchführen.
Damit kommen wir zum dritten Bereich, der aus meiner Sicht ganz, ganz zentral und eine Kernaufgabe meines Ressorts ist: die Kunstförderung. In früheren Jahren – ich kenne die Kunst- und Kulturbudgets ja schon viel länger, als mir eigentlich lieb ist, nämlich Jahrzehnte – war es oft so, dass, wenn es überhaupt Erhöhungen der Gelder für Kunst und Kultur gab, diese in Großprojekte geflossen sind und für die eigentliche Kunstförderung sehr wenig geblieben ist. Mir war es ein Anliegen, das diesmal anders zu gestalten, und deshalb werden wir im kommenden Jahr wesentlich mehr Geld in die Kunstförderung fließen lassen als in den Jahren davor.
Wir fangen dort an, wo das Geld auf direktestem Weg bei den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern ankommt: bei den Stipendien. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Wir werden insgesamt 1 Million Euro mehr ausgeben, und zwar sowohl bei der Höhe eines einzelnen Stipendiums, als auch indem wir die Anzahl der zu vergebenden Stipendien erhöhen.
Wir werden neue Förderschienen ins Leben rufen, die es uns ermöglichen, Projekte zu fördern, die bisher nicht förderbar waren, weil sie nicht in den althergebrachten Förderkanon der Kunst- und Kultursektion hineingepasst haben. Wahrscheinlich werden dort auch Projekte gefördert werden, die sich mit künstlerischen Mitteln innovativ mit der aktuellen Situation auseinandersetzen.
Das zentrale Instrument der Filmförderung in Österreich, das Österreichische Filminstitut, an dem eine Vielzahl an künstlerisch Tätigen dranhängt, bekommt ebenfalls eine Aufstockung der Mittel um 2 Millionen Euro – so viel wie seit mehr als zehn Jahren nicht. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Auch die Mittel des Musikfonds, der gerade in den letzten Jahren so vielen österreichischen Bands zum Durchbruch und auch zum anhaltenden internationalen Erfolg verholfen hat, werden mit 1,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt.
Ich könnte jetzt noch viele weitere Beispiele und Vorhaben aufzählen – von Fair Pay über Digitalisierungsakzente bis hin zum großen Thema der Internationalisierung –, ich möchte mich aber auf ein Beispiel beschränken, weil es mir ein Herzensanliegen ist und weil es ein großartiges Projekt für die österreichische Kultur ist, und das ist der Auftritt Österreichs als Gastland bei der Leipziger Buchmesse 2022. Gerade in dieser schwierigen Zeit ist es wichtig, dass wir jetzt schon konkrete Projekte für die Zukunft vorhaben und nicht nur planen, sondern diese auch realisieren. Ich halte das wirklich für ein Projekt, dessen Wert für die österreichische Literatur man gar nicht hoch genug einschätzen kann, und diese Einschätzung teile ich auch mit dem Hauptverband des Buchhandels und der ganzen Buchbranche. Das wird auch eine Gelegenheit sein, dass sich Österreich in Deutschland, also auch im internationalen Umfeld, als ein Land von zeitgenössischer Kunst präsentieren kann. Ich freue mich auf die Vorbereitungsarbeiten, die wir jetzt angehen, und dann natürlich auf den Besuch in Leipzig selbst im Jahr 2022. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Damit komme ich in gewisser Weise zurück zum Ausgangspunkt meines Redebeitrags, in dem ich ja noch nicht viel über Corona gesprochen habe. Gerade jetzt, da vieles frustrierend ist und sich alles nur um dieses Thema dreht, brauchen wir solche Projekte, auf die wir uns freuen können, die uns Hoffnung und Inspiration geben. Ich bin sehr froh darüber, dass wir genügend finanzielle Mittel aufstellen konnten, um auch über Corona hinaus zu gestalten; das heißt im Übrigen nicht, dass wir Kunst und Kultur tatsächlich ohne Corona denken können – im Gegenteil! Genau deshalb hat die Bundesregierung eine Vielzahl an Maßnahmen getroffen, die die Auswirkungen dieser gravierenden Krise für die Kulturbranche abmildern. Der Umsatzersatz von 80 Prozent für den aktuellen
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