Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 285

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den Bemühungen aufgrund der Coronakrise, von den 220 Millionen Euro gehört – aber man findet ja in jeder Suppe ein Haar.

Mit welchen Menschen, Persönlichkeiten haben wir es zu tun? – Wenn man weiß, dass Frau Staatssekretärin Andrea Mayer ganz eng mit dem damaligen Kulturminister Josef Ostermayer zusammengearbeitet hat, der seinerseits – und ich weiß das von Josef – ein hervorragendes persönliches Verhältnis zum Bundeskanzler und zum Finanzminister hat, schlussendlich ist er auch Vorstand des Leopold-Museums; und wenn man weiß, dass Jürgen Meindl damals von Thomas Drozda als Sektionschef eingesetzt worden ist, dann sieht man auch, dass da ein gewisses Vertrauen in Persönlichkeiten, die in der Kultur immer Verantwortung gehabt haben, vorhanden ist. Also ich frage mich: Was hätte Josef Ostermayer oder Thomas Drozda, damals auch mit ihren Beziehungen, in der Kommunikation anders gemacht als heute? – Ich denke, sehr, sehr wenig. Mir kann niemand erzählen, dass diese Kommunikation nicht auch heute stattfindet.

Das Nachschärfen von Maßnahmen muss legitim sein, denn wir alle wissen, der Teufel liegt manchmal im Detail, so wie bei den gemeinnützigen Kulturbetrieben, wobei nicht nur die Wiener Sängerknaben gemeint sind, sondern auch das Stadttheater Mödling.

Bemerkenswert finde ich allerdings auch die Zurufe bestimmter Persönlichkeiten außer­halb des Parlaments. Während sich jene zurückhalten, die in Wien Freundschaft sagen und in Niederösterreich Grüß Gott, fühlen sich doch einige bemüßigt, ihre Tiraden gegen die Bundesregierung in einer gewissen politischen Geborgenheit loszulassen. Solche Aussagen erinnern mich dann eher an das Berliner Ensemble als zum Beispiel an die Josefstadt, wo immerhin ein Max Reinhardt Direktor war, ein Otto Preminger, ein Haeusserman oder auch ein Otto Schenk, aber dafür wird ja das Haus dann mit 1,8 Mil­lionen Euro an zusätzlichen Förderungen der Stadt Wien belohnt.

Wir haben die Frau Staatssekretärin gehört; es ist eine eindrucksvolle Bilanz, und des­halb darf ich auch im Kulturbereich Sachlichkeit zurückfordern. Machen wir das Mögliche machbar! Und wie schon Karl Valentin einmal gesagt hat: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ – auch in der Politik, besonders in herausfordernden Zeiten! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Blimlinger.)

20.31


Präsident Ing. Norbert Hofer: Vorerst letzte Rednerin zu diesem Themenbereich ist Frau MMag. Dr. Agnes Totter. – Bitte, Frau Abgeordnete.


20.31.21

Abgeordnete MMag. Dr. Agnes Totter, BEd (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe ZuseherInnen zu Hause vor den Bildschirmen! Österreich ist eine großartige Kunst- und Kulturnation, wobei Kunst und Kultur bei uns sehr weit reichen: von der kleinsten Initiative, vom kleinsten Projekt in einem kleinen Ort bis zur Hochkultur an den großen Häusern in den Landes­haupt­städten und in der Bundeshauptstadt sowie auch bei den Festspielen. Und überall sind es großartige Menschen, die Kunst und Kultur tragen, entstehen lassen und möglich machen. Für all den Einsatz sage ich hier von dieser Stelle aus ein herzliches Danke­schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Besonders freut es mich, dass mit dem vorliegenden Budget diesem Einsatz auch Rech­nung getragen wird. Das Budget für Kunst und Kultur steigt im kommenden Jahr, das wurde bereits erwähnt, von 466 Millionen auf 496 Millionen Euro. Diese Bundes­regie­rung sieht hier also eine Steigerung im Ausmaß von 30 Millionen Euro im Vergleich zum heurigen Jahr vor.

 


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